

Nicht nur die Filme sind das eigentlich Gute an diesem Festival – auch die Party am Samstagabend gehört zu den absoluten Highlights. Denn sie wird vom legendären und sich viel zu rar machenden 320-Team im Fundbureau als Benefiz für die Filmatge ausgerichtet. Am Samstag wird orielektralisch gefeiert – das Motto lautet „320 und eine Nacht“. Und das heißt: In Ali Babas Räuberhöhle legen Soraya Burkini aka Martha Hari sowie Der 40. Räuber aka el krejco Indie, Rock, Elektro und Disco auf, während Müzik aka T:Floyd im Nebel der Wunderlampe mit elektronischer Tanzmusik von damals bis heute besticht.
320 und eine Nacht: 22. Oktober, 22 Uhr, Fundbureau, www.dreihundertzwanzig.de
Insgesamt 45 Kinotermine stehen von Freitag bis Sonntag auf dem Plan des Lesbisch Schwulen Filmtage. So gibt es am Freitagabend beispielsweise lesbische und schwule Kurzfilme im Metropolis-Kino am Steindamm zu sehen.
In der gleichen Spielstätte in St. Georg läuft um 0.15 Uhr ein besonderes Highlight in der Reihe zu 30 Jahren HIV und Aids: Das Programm „Viral: HIV/AIDS in Music Video“ zeigt einen Rückblick auf die Art, wie Video-Künstler und Popmusiker mit dem Thema umgegangen sind. 1981 war hierbei in zweierlei Hinsicht ein bemerkenswertes Jahr: Am 1. August ging mit MTV das erste Spartenprogramm, das ausschließlich Musikvideos zeigte, in den USA auf Sendung. Zwei Monate zuvor wurde in den US-Medien erstmals über eine außergewöhnliche Lungenentzündung berichtet, die vornehmlich bei ansonsten gesunden schwulen Männern in Los Angeles auftrat…
Am Samstagabend läuft im Passage-Kino um 20 Uhr der Film, den hinnerk in diesem Jahr auf dem Festival präsentiert: „Weekend“, eine britische Produktion über einen schwulen One-Night-Stand (hier geht’s zum Interview mit Regisseur Andrew Haighs).
Zwischen den vielen weiteren Langfilmen am Samstag sticht ein Programm besonders hervor: Die „Porn Shorts“. Im Passage-Kino präsentiert Mit-Kuratorin Manuela Kay ab 22.45 Uhr die schwul-lesbisch-queeren Highlights aus sechs Jahren internationalem PornFilmFestival Berlin. Weer billigen 08/15-Porno erwartet, wird enttäuscht. Hier geht es künstlerisch, poetisch, humorvoll und ästhetisch zu.
Noch eine Gelegenheit für spannende Kurzfilme bietet der Sonntagmittag: Um 13 Uhr läuft um 13 Uhr die Reihe „Made in Germany“ im Metropolis. In „Mein positives Leben“ erzählen Langzeitüberlebende von ihren Erfahrungen und den sich verändernden Lebensbedingungen mit HIV und Aids über die Jahrzehnte hinweg. Die Interviewten sind in dieser Dokumentation von Mark Strombach nicht auf Emotionalität reduzierte „Betroffenen-Fälle“, sondern erhalten den Raum, um sich eloquent und differenziert zu ihrer Lebenssituation wie auch ganz privaten Veränderungen über die Jahrzehnte hinweg zu äußern. (Passage, 17.45 Uhr).
Mit dem prominent besetzten deutsch-französischen Spielfilm „Auf der Suche“ von Jan Krüger (Passage, 22.30 Uhr, unter anderem mit Corinna Harfouch) wird der Kinomarathon des Wochenendes dann endgültig beendet. Zuvor läuft noch der offizielle Abschlussfilm „Romeos“ am Sonntagabend um 20 Uhr im Metropolis-Kino, wo auch die Gewinner der Wettbewerbe bekannt gegeben werden. Einen ersten Eindruck gibt’s hier:
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