
Dieses Angebot können die Lesbisch Schwulen Filmtage eigentlich nicht ausschlagen: „Wir können hier noch locker 400 Stühle mehr aufstellen“, sagte Kampnagel-Intendantin Amelie Deufelhard am Dienstagabend vor 850 Premierenbesuchern – so viele Zuschauer hatte es beim Filmtage-Start noch nie gegeben.
Blessless und Didine, in hinreißende Fummel von Bernhard Westermann gewandet, führten gewohnt charmant durch eine lockere Feier. Kollegin Kaey vom Nachtbar-Team enthüllte das Geheimnis des Treffpunktes für Filmfans und Filmschaffende: In diesem Jahr befindet sich die Nachtbar in der Amandastraße 58 (2. Stock) unweit der S-Bahnstation Sternschanze.
Zur Filmtage-Eröffnung war auch Kulturstaatsrat Dr. Nikolas Hill erschienen, der in seinem Grußwort sowohl das ehrenamtliche Engagement des Filmtageteams lobte wie auch den Wert des Festivals für Hamburg. „Das ist ein Festival für alle“, hatte auch Amelie Deufelhard gesagt – die Lesbisch Schwulen Filmtage wirkten in die gesamte Stadt hinein. Beide hoben besonders die inhaltliche Schwerpunkte zur LGBT-Situation in der Türkei sowie zu 30 Jahren HIV und Aids hervor, bevor die schwedische Komödie „Four More Years“ um zwei schwule Politiker für langen Beifall der Besucher sorgte.
Filmtage-Highlights am Mittwoch
Am Mittwoch bieten die Filmtage eine Art cineastischer Weltreise: Taiwan und Indien, Südamerika und die USA sind einige der Stationen. Gleich zwei Filme führen thematisch in die Boxerszene:
Der Boxer Octavio und der jüngere Hugo beschließen, gemeinsam noch einmal ganz von vorne anzufangen. Octavio, wortkarg und barsch, lässt sich trotz einer niederschmetternden Diagnose zu einem womöglich lebensgefährlichen Boxkampf überreden, den er vor Hugo verheimlicht. Eine verhängnisvolle Kettenreaktion folgt. In seinem Spielfilm-Debüt verknüpft Regisseur Julio Jorquera Arriagada geschickt die Last-Fight-Dramaturgie à la „Rocky“ mit einer wunderbar stillen und kraftvollen Liebegeschichte und vermag jene Art angenehmer Schwermütigkeit zu erzeugen, für die abgedunkelteKinosäle geschaffen wurden.
Julio Jorquera Arriagada, Argentinien/Chile, 2011. 110’. englisch/spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Metropolis, 19. Oktober, 20.15 Uhr
In der Fortsetzung von „Transvestites Also Cry“ (2007) begleitet Regisseur Valva die Protagonistin Angel bei ihrer Rückkehr in ihre ecuadorianische Heimat nach fünf Jahren in der Fremde. Einerseits ist die Wiedersehensfreude auf allen Seiten riesengroß, andererseits haben sich die Familienmitglieder im Laufe der Zeit voneinander entfernt. Denn Angel ist nicht mehr der Sohn und Boxer von früher, sondern eine transsexuelle Frau, die in Europa als Prostituierte arbeitet und regelmäßig Geld nach Hause schickt. Sebastiano d’Ayala Valvas Film über Angels Rückkehr zu ihren Wurzeln porträtiert nicht nur das Ringen um Respekt und Akzeptanz in der Familie, sondern auch die Tücken der ecuadorianischen Wirtschaft.
Sebastiano d'Ayala Valva, Frankreich, 2009, 62‘, spanische Originalfassung mit englischen Untertiteln. Passage 2.
Mittwoch, 19. Oktober, 22.30 Uhr, in Anwesenheit von Angel.
Do
17
Mai
2012
Fr
18
Mai
2012
Sa
19
Mai
2012
So
20
Mai
2012
Mo
21
Mai
2012
Di
22
Mai
2012
Mi
23
Mai
2012
Do
24
Mai
2012
Fr
25
Mai
2012
Sa
26
Mai
2012
So
27
Mai
2012
Mo
28
Mai
2012
Di
29
Mai
2012
Mi
30
Mai
2012
Do
31
Mai
2012
Fr
01
Jun
2012
Sa
02
Jun
2012
So
03
Jun
2012
Mo
04
Jun
2012
Di
05
Jun
2012
Mi
06
Jun
2012
Do
07
Jun
2012
Fr
08
Jun
2012
Sa
09
Jun
2012
So
10
Jun
2012
Mo
11
Jun
2012
Di
12
Jun
2012
Mi
13
Jun
2012
Do
14
Jun
2012
Fr
15
Jun
2012
Sa
16
Jun
2012