
Fast wäre am Ende die Stimmung gekippt, doch bei der Abschlussveranstaltung der Filmtage wurde der Eklat gerade noch vermieden. Die Performance des weiblichen Trios „Damn’it Janet“ strapazierte die Geduld vieler Zuschauerinnen und Zuschauer derart, dass es „Aufhören“ und „Buh“ durch den Saal des Metropolis-Kinos am Steindamm schallte – mit prompter Gegenreaktion.
Sebastian Beyer moderierte den Konflikt so elegant hinweg, dass die Preisträger wieder in den Vordergrund rücken konnten. Gleichwohl wünscht man sich für das kommende Jahr eine glücklichere Hand für die Ausgestaltung der Preisverleihung – ist sie doch der eigentliche Höhepunkt des Festivals.
Jurymitglied Wieland Speck, Leiter der Panorama-Sektion der Berlinale und Mitbegründer des Teddy-Awards, lobte gleichwohl die einzigartige Atmosphäre des Festivals und verdeutlichte während der Abschlussgala die Wichtigkeit der Lesbisch Schwulen Filmtage: „Es ist wunderbar zu sehen, wie hier in Hamburg queere Filmemacherinnen du Filmemacher unterstützt werden.“
Der Jurypreis des Festivals wurde in diesem Jahr erstmals geteilt und ging an zwei Wettbewerbsfilme: „Fjellet (The Mountain)“ von Ole Giaever aus Norwegen und „Weekend“ von Andrew Haigh aus Großbritannien erhielten jeweils 2.500 Euro. Hinnerk hatte den Film am Samstagabend im ausverkauften Passage-Kino präsentiert.
In der Begründung der Jury hieß es hierzu: „Weekend zeigt die Entwicklung einer flüchtigen Begegnung und entwickelt dabei einen analytischen wie mitfühlenden Blick auf schwule Liebe. Dabei schafft es der Film, kritisch zu sein ohne zynisch zu werden; romantisch, aber nicht sentimental zu sein."
Beide Filme seien mitreißend, ehrlich, stark und technisch überzeugend gemacht, so die Jury. „In liebevollen Details und mit großer Bildkraft, gestützt vonstarken Drehbüchern und ausgezeichnetem Schauspiel, ergibt sich ein wirklichkeitsnahes Bild vom Leben. Ohne jegliche Klischees kommen Fragen aus dem heutigen queeren Leben auf den Tisch: Beide Geschichten legen den Finger in die Wunden heutiger Paarbeziehungen.“
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