
Ein Ausflug in Kreuzbergs alternative Subkultur Anfang der 90er: Michael Stocks „Prinz in Hölleland“ zeigt die Erlebnisse dreier Wagenburg-Bewohner im Spannungsfeld von Drogen, Sex, schwuler Punkkneipenkultur und Gewalt.
„Meine lieben Kinder! Ich erzähle Euch jetzt das Märchen vom schönen Prinzen, dem tapferen Müllersburschen, dem gestrengen König und dem hinterlistigen Zauberer Ätschibätschi. Das Märchen vom Prinzen im Hölleland!“: Erzählt wird dieses Märchen vom Narren Firlefanz, der mit seinem Handpuppentheater die Junkies vom Berliner Kottbusser Tor zur Vorstellung lockt.
Es handelt vom Prinzen, der sich in einen Müllersburschen verliebt. Deswegen wird er vom König verbannt. Sie fliehen in den Wald des Zauberreiches Hölleland, doch ihr Glück findet ein jähes Ende, als der Prinz mehr und mehr den süßen Träumen verfällt, die das Pulver des bösen Zauberers hervorruft.
Dieses Puppenspiel bildet den Rahmen für die Geschichte vom „Prinzen“ Jockel und Stefan, deren Freundschaft an Jockels Heroinsucht zerbricht. Angesiedelt zwischen der Aussteigeridylle einer Bauwagen-Kommune, der Kreuzberger Junkieszene und schrillen Tuntenkneipen, verlieren sich Jockel und Stefan in einem Rausch aus Sex, Drogen und Eifersucht.
„Prinz in Hölleland“ ist gleichzeitig ein szenegeschichtliches Dokument, denn der Film zeigt Kreuzberg, wie es einmal war. Und lädt ein in vergangene Orte wie das Café Anal oder die legendäre O-Bar. Die Q-Movie-Bar zeigt erst den Film, danach gibt’s Cocktails satt.
Samstag, 4. September, 22 Uhr, B-Movie, Brigittenstraße 5
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