
Aaron ist Familienvater und ein angesehener, koscherer Metzger in einem von orthodoxen Juden bewohnten Teil von Jerusalem. Nach dem Tod seines Vaters hat er alle Hände voll zu tun und ist sehr froh, dass er Ezri als Gehilfen einstellen kann: der selbstbewusste junge Mann ist aufmerksam und schnell bei der Arbeit. Für Aaron ist es eine Freude, mit Ezri zusammen in der Metzgerei zu stehen. Die beiden Männer kommen sich näher ... und entscheiden sich, ihre gemeinsame Liebe zu leben.
Der israelische Regisseur Haim Tabakman hat mit diesem Debüt in seinem Heimatland für heftige Diskussionen gesorgt. Der Film ist mit Hamburger Unterstützung gedreht worden. Die Riva Filmproduktion aus Ottensen hat „Du sollst nicht lieben“ koproduziert und freut sich unter anderem über einen Erfolg in belgischen Gent: beim dortigen Festival Tabakmans Werk als bester Film ausgezeichnet worden.
Ganz sicherlichauch, weil er mit seinem Film ein Tabu gebrochen hat und ein gesellschaftspolitisches Problem auf die Tagesordnung brachte, für das es keine einfachen Lösungen gibt. Vielleicht aber auch, weil er die jüdisch-orthodoxe Welt nicht leichtfertig in Gute und Böse teilt, sondern mit der feinfühligen Inszenierung allen Respekt zollt: der Liebe wie dem Glauben.
Einer Liebe, die die beiden protagonisten allerdings perfekt verstecken müssen beziehungsweise müssten, denn schon haben die Menschen ihrer Umgebung einen Verdacht. In der von strengen Regeln bestimmten Nachbarschaft des Viertels ist kein Raum für Aaron und Ezri. Homosexualität gibt es im orthodoxen Judentum nicht – per Definition.
„Du sollst nicht lieben“ nimmt sich Zeit, die Welt der orthodox lebenden Juden in Israel zu zeigen. Haim Tabakman führt ruhig und unspektakulär an das brisante Thema heran. Ein namhafter israelischer Theaterschauspieler (Zohar Straus als Aaron) und ein Popstar (Ran Danker als Ezri) haben die Hauptrollen in seinem Film übernommen, der sanft aber unnachgiebig ein Tabu ins Wanken bringt.
„Du sollst nicht lieben“, ISR/FR/D 2009, Regie Haim Tabakman. Mit Zohar Strauss, Ran Danker, Tzahi Grad. 90 min.
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