
„Um Himmels Willen“ zählt sicherlich nicht zu den Glanzstücken öffentlich-rechtlicher Fernsehunterhaltung. Die seichte Serie um ein Nonnenkloster und einen renitenten Bürgermeister (Fritz Wepper) ist gleichwohl ein Quotenerfolg – und ein wirtschaftlicher dazu. Unter anderem wurde sie nach Italien verkauft.
Dort indes stieß sich der Sender RAI Uno an Folge 125 der Kloster-Klamotte: Darin besiegeln zwei Männer mit dem Segen von Schwester Hanna ihren Bund fürs Leben. Da sich Italien zwar einen Lustgreis als Premierminister gönnt, zum Thema Homosexualität jedoch ein spezielles Verhältnis hat und eine Eingetragene Lebenspartnerschaft erst Recht nicht kennt, wurde den Senderverantwortlichen die Sache wohl zu heiß: Sie kippten die Folge kurzerhand aus dem Programm.
„Die RAI betreibt hier eine Zensur der Wirklichkeit. Vor allem, weil es ja schon etliche Filme über homosexuelle Beziehungen im Fernsehen gab“, klagt die einzige offen homosexuelle Abgeordnete des italienischen Parlamentes, Anna Paola Concia. Sie hat unlängst ihre deutsche Freundin in Frankfurt geheiratet: „Wir haben Tausende Briefe bekommen von ganz normalen Italienern - katholisch, nichtkatholisch, heterosexuell -, die uns beglückwünscht haben“, so Concia. „Es gibt da einen Riesenunterschied zwischen dieser Regierung und den Menschen im Land, die sind viel weiter.“
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