
Sie nennen sich „Mathias Rust Band“, und ihr bestes Stück heißt „Pussy Satan Anarchy Commando“. Jarle ist der Gitarrist und Sänger der Band. Und wenn einer wie er, der bislang nur harte Punkmusik hörte, Schlittschuh fuhr und mit der schönen Cathrine befreundet ist, auf einmal den Synthie-Pop von „Japan“ vorzieht, mit dem Tennisspielen anfängt und am Freitagabend mit seiner Mutter im Fernsehen Derrick anschaut – dann ist der bestimmt heimlich verliebt!
Doch kein anderes Mädchen steckt hinter Jarles plötzlicher Wandlung, sondern Yngve, der neu in Jarles Klasse ist und aussieht wie ein junger griechischer Gott. Im Stavanger des Jahres 1989 angesiedelt und von einem mitreißenden zeitgenössischen Soundtrack unterlegt, erzählt der Film des jungen Regisseurs Stian Kristiansen von einem schwierigen Coming-Out mit beinahe tragischen Konsequenzen.
Denn während in Berlin die Mauer fällt und damit die eindeutigen Zuordnungen einer bipolaren Welt verschwinden, muss sich auch Jarle der Ambiguität des Lebens und der eigenen Identität stellen. Stian Kristiansen zieht in seinem Coming-out-Film „Der Mann, der Yngve liebte“ die ganz großen Linien, vom Ende einer heterosexuellen Kindheit bis zum Zusammenbruch einer Weltordnung. Das Ganze untermalt er kunstvoll mit einem 80er-Jahre-Soundtrack.
„Der Mann, der Yngve liebte“: Metropolis-Kino, Samstag, 22. Mai, 21.30 Uhr und Montag, 24. Mai, 17 Uhr.
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