
Marcel Reich-Ranicki hat es bereits vorgemacht: Er hat auf offener Bühne die Annahme des Deutschen Fernsehpreises verweigert und damit ein Stück TV-Geschichte geschrieben. Ähnliches wünscht sich Comedian Ole Lehmann jetzt via Facebook für die Bambi-Verleihung – von allen Preisträgern, aber von einer Band ganz besonders: Rosenstolz. „Man möchte doch als schwuler Man nicht in einem Atemzug mit Bushido genannt werden“, schreibt Lehmann. Recht hat er!
Einen Preis für gelungene Integration an einen ausgewiesenen Ausgrenzer zu verleihen, zeugt von der Ignoranz der Preisverleiher. Der könnten die geladenen Gäste und die weiteren Preisträger etwas entgegensetzen. Zum Beispiel ihr demonstratives Fernbleiben. Oder eine engagierte Dankesrede, die den Finger in die Wunde legt und Bushido als das benennt, was er ist: ein homophober Hetzer.
Doch man muss kein Prophet sein, um den ausbleibenden Eklat vorherzusehen. Zu wichtig ist die Publicity eines solchen Abends, zu hochkarätig ist die Riege der weiteren Preisträger: Justin Bieber, Lady Gaga, Johannes Heesters, Gwyneth Paltrow.
Dabei wäre es auch an einem Weltstar wie Lady Gaga, ein Zeichen zu setzen. Mit ihrer Homohymne „Born This Way“ hat sie in diesem Jahr ein kommerzielles Statement für homosexuelles Selbstbewusstsein abgegeben, flankiert von entsprechenden Statements gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Bambi-Verleihung könnte auch für sie als Nagelprobe gelten, wie ehrlich sie ihr Engagement meint. Justin Bieber hat sich mit einem Beitrag an der „It Gets Better“-Kampagne beteiligt, die Jugendlichen im Coming-out Mut machen will. Auch er könnte sagen, dass er nicht in einer Reihe stehen möchte mit einem Provinz-Rapper, der seine prolligen Machoallüren an Frauen und Schwulen abarbeitet. Es müsste ihnen nur jemand auf die Sprünge helfen.
Eine Vision? Na klar. Und deshalb wird dergleichen wohl auch nicht geschehen. Denn wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen, hat Alt-Kanzler Helmut Schmidt einmal gesagt. Auch er zählt in diesem Jahr zu den Bambi-Preisträgern. Passt doch alles.
Auch wenn man den Bambi an Bushido nicht verhindern kann: Facebook-User haben die Möglichkeit, ihren Protest gegen die Preisverleihung direkt zu artikulieren: Mit einem entsprechenden Posting unter www.facebook.com/Bambi lässt sich zumindest ein kleines Zeichen setzen.
Do
17
Mai
2012
Fr
18
Mai
2012
Sa
19
Mai
2012
So
20
Mai
2012
Mo
21
Mai
2012
Di
22
Mai
2012
Mi
23
Mai
2012
Do
24
Mai
2012
Fr
25
Mai
2012
Sa
26
Mai
2012
So
27
Mai
2012
Mo
28
Mai
2012
Di
29
Mai
2012
Mi
30
Mai
2012
Do
31
Mai
2012
Fr
01
Jun
2012
Sa
02
Jun
2012
So
03
Jun
2012
Mo
04
Jun
2012
Di
05
Jun
2012
Mi
06
Jun
2012
Do
07
Jun
2012
Fr
08
Jun
2012
Sa
09
Jun
2012
So
10
Jun
2012
Mo
11
Jun
2012
Di
12
Jun
2012
Mi
13
Jun
2012
Do
14
Jun
2012
Fr
15
Jun
2012
Sa
16
Jun
2012