
Ein paar Grundbegriffe im Überblick:
Balkanmafia: nach dem Fall der Mauer vermehrt auftretendes Problem und der Grund, warum Ralph Siegel und Deutschland seit Jahren nichts mehr reißen.
Big Four: Auch wenn es der Homo gerne anders hätte, der Begriff bezeichnet nicht die Grand-Prix-Teilnehmer mit dem größten Gemächt, sondern die Geldgeberländer, die gerne an der Qualität sparen, weil sie sich jährlich ihre Teilnahme erkaufen: Deutschland, Großbritannien, Spanien und Frankreich.
Cypre (sprich: Schipre). Nach langen Minuten des Schweigens während der Punktevergabe erstes Lebenszeichen des deutschen Kommentators Ulf Ansorge, der 1996 von Hamburg-Loksted aus den Song Contest in Oslo begleitete. Deutschland hatte sich mit der Friseurtunte Leon („Planet of Blue“) nicht qualifiziert, obwohl der Titel von der frauenverliebten Hanne Haller stammte.
Green Room. Selten in grün gehaltener Ort, an dem die Finalteilnehmer geparkt werden, um sich von in der Regel aufdringlich-untalentierten Moderations-Azubis dumme Fragen stellen zu lassen oder von sich aus in die Kamera zu winken, um ganz natürlich zu überspielen, dass man auch nach dem dreizehnten Juryvoting noch keinen Punkt bekommen hat.
Harrogate: Kaff in North Yorkshire, in dessen Historie ganze zwei Ereignisse erwähnenswert sind: Der Sieg unserer Nicole 1982 mit „Ein bisschen Frieden“ und der 1961 dort abgehaltene Welt-Esperanto-Kongress.
Joy Flemming. Trägt im wahren Leben den glamourösen Namen Erna Liebenow geb. Raad, geschiedene Strube. Notorische Pfälzerin, die trotz eines 17. Platzes den deutschen Grand-Prix-Klassiker geschaffen hat: „Ein Lied kann eine Brücke sein“.
Männer in Frauenkleidern (politisch korrekt: Transen). Die Umgebauten feierten 1998 ihren größten Erfolg mit „Viva La Diva“ von Dana International aus Isreal, von deren Gaultier-Kleid auch die Nicht-Umgebauten heute noch schwärmen. Interessante Geschöpfe sind auch 2010 in Oslo am Start, allen voran 2-Meter-Mensch Eva Rivas aus Armenien, deren/dessen Titel „Apricot Stones“ angeblich auch für das steht, was hier zwischen den Schenkeln baumelt. Zwischengeschlechtlich nicht minder interessant war 2007 auch das Wesen mit dem beklopptesten Titel ever: „Sieben, sieben eilulu“ (auf deutsch: „Dancing Lasha Tumbai“) und InterpretIn Verka Serduchka strapazierten die trashverwöhnten Nerven des Heimatlandes Ukraine noch weit mehr als die Katastrophe von Tschernobyl.
Mr. Grand Prix: Ralph Siegel hat sich diesen Titel selbst verliehen, aber er trägt ihn mit Recht! Dem größten Grand-Prix-Junkie unter der Sonne haben wir grandiose Titel und große Erfolge zu verdanken: einen Sieg (Nicole), drei zweite Plätze (Lena Valaitis, Katja Ebstein, Wind), zwei dritte Plätze („Wir geben ne Party“, Reise nach Jerusalem“), Dschingis Khan (Platz 4) und leider in der Versenkung verschwundene Popperlen wie „Papa Pingouin“ (1980 für Luxemburg) oder „On Again… Off Again“ (2004 für Malta).
Österreich: Hat uns den Führer beschert und auch sonst nicht viel Gutes. Eigentlich kaum zu erwähnendes Nachbarland, das uns noch nie, nie, nie mehr als nur einen Punkt geben mochte und deshalb regelmäßig von unserer Fußballnationalmannschaft vermöbelt wird.
Ostblockmafia: siehe Balkanmafia. Eine detaillierte Beschreibung ist unmöglich, ohne gleich rassistisch zu werden.
Silikon: Unverzichtbarer Werkstoff um noch die dämlichste Interpretin zu pimpen. Unsere Michelle war damit leidlich erfolgreich. „Wer Liebe lebt“ (an sich ein absoluter Top-Song!) landete auf Platz 8. Der britische Kommentator kommentierte das Glockenläuten so: „A bust to remember“ (umgangssprachlich: Möpse, die man sich merken muss).
Trickkleid: Unverzichtbarer Bestandteil, um noch die dämlichste Nummer zu pimpen. 1981 erstmals von den britischen Siegern Bucks Fizz („Making Your Mind Up“) erfolgreich eingesetzt, erfreut sich das Trickkleid heute vor allem östlich der Oder-Neiße-Grenze größerer Beliebtheit. Sieht häufig so aus, als seien deren Trägerinnen käuflich.
„Unsere“: Gängige Ranschmeiß-Formulierung für junge deutsche Interpretinnen. Etwa „unsere Nicole“, „unsere Michelle“,. „unsere Lena“. Passt aber nicht bei Sängerinnen, die auch einen Nachnamen haben.
Windmaschine: Unverzichtbarer Bestandteil, um noch die dämlichste Nummer zu pimpen – und sooooo 80er! Der Erfolg der Windmaschine ist umstritten. 2008 ging Deutschland im Sturm unter – die No Angels machten mit ihrem so genannten Lied „Disappear“ viel Wind um nichts und landeten folgerichtig auf dem letzten Platz.
Ein Interview mit dem deutschen Jurypräsidenten Hape Kerkeling gibt's hier
Sa
04
Feb
2012
So
05
Feb
2012
Mo
06
Feb
2012
Di
07
Feb
2012
Mi
08
Feb
2012
Do
09
Feb
2012
Fr
10
Feb
2012
Sa
11
Feb
2012
So
12
Feb
2012
Mo
13
Feb
2012
Di
14
Feb
2012
Mi
15
Feb
2012
Do
16
Feb
2012
Fr
17
Feb
2012
Sa
18
Feb
2012
So
19
Feb
2012
Mo
20
Feb
2012
Di
21
Feb
2012