
Seit genau 30 Jahren zeichnet Ralf König Comics rund um die Befindlichkeiten zartbesaiteter bis grobschlächtiger Männerseelen, die von Schwulen wie Heteros gleichermaßen goutiert werden und so eine Brücke schlagen zwischen Subkultur und Mainstream. Und dann das: Die Lesung aus dem neuen Wälzer „Der dicke König“, bei dem die Comics per Beamer am Samstagabend an die Wand geworfen werden sollten, wurde abgesagt – aus technischen Gründen. Tunten und Technik?
Gleichwohl gibt es in der Flut des Festivalprogrammes zahlreiche Perlen zu entdecken. Auf zwei sei hier besonders hingeweisen:
Elmar Kraushaar stellt am Sonntagabend seine Freddy-Quinn-Biografie „Ein unwahrscheinliches Leben“ vor. Quinn wird im September achtzig Jahre alt. Kein Solokünstler hatte mehr Nummer-1-Hits in Deutschland. „Junge, komm bald wieder“, „Die Gitarre und das Meer“ und „Heimweh“ waren die größten seiner vielen Erfolge; er spielte in zahlreichen Filmen, trat als Moderator, Musicalsänger und Theaterschauspieler auf und inszenierte sich immer wieder als einsamer Seefahrer, den Blick auf den Horizont gerichtet.
Doch wer sich wie Elmar Kraushaar daranmacht, über das Leben dieses Mannes zu schreiben, stößt schnell auf Widersprüche und Ungereimtes. Schon auf die Frage, wann und wo Freddy geboren wurde, gibt es mehrere mögliche Antworten. Kraushaar hat sich auf Spurensuche begeben – und ist auf ein Phänomen gestoßen, das undurchsichtig und von vielen Geschichten umstellt ist.
Ein Interview mit Autor Elmar Kraushaar gibt’s hier.
Sonntag, 18. September, 20 Uhr, Stückgutfrachter MS Bleichen. Abfahrt Landungsbrücken 10 um 19.15 Uhr (Rückfahrt ca. 22 Uhr), Beginn auf der MS Bleichen: 20 Uhr
Wer immer schon mal wissen wollte, womit man sich derzeit in Los Angeles das Hirn zudröhnt, Tony O’Neill liefert die Details. Mit seinem neuesten Buch „Sick City“ debütiert O’Neill nun endlich auch auf Deutsch. Ein Großteil seines Romans spielt in einer Suchtklinik und rund um eine TV-Reality-Entzugs-Soap mit dem schönen Titel „Detoxing USA“. Und auch sonst gibt es keine Buchseite, auf der nicht irgendetwas geschnupft, gespritzt oder geraucht würde. Vom Glamour Hollywoods bleibt in diesem literarischen Edeltrash nur noch ein abgeranzter Abglanz.
Der pensionierte Ex-Cop Bill kannte all die Reichen und Berühmten und ihre Abgründe – und hat sich für sein Schweigen gut bezahlen lassen. Nun ist er tot und sein langjähriger Lover muss sich einen neuen Sugardaddy suchen. Zusammen mit dem Filmproduzentensöhnchen Randall, einer Entzugsklinik-Bekanntschaft, will er ein kompromittierendes Privatporno aus Bills Nachlass zu Geld machen. Auf dem 70er-Jahre-Filmchen soll angeblich Sharon Tate beim Vögeln mit anderen Prominenten zu sehen sein. Aber wie es sich für einen ordentlichen Pulp-Fiction-Roman gehört, gibt’s auf dem Weg zum Millionengeschäft reichlich Leichen und Sex.
Mit seinem Personal bestehend aus cracksüchtigen Transvestiten, abgefuckten Junkies, Nutten, Strichern und Medienhuren kennt Tony O’Neill kein Erbarmen. Zu einem wirklich spannenden Krimi wollen sich seine plastisch geschilderten Szenen zwar nicht fügen, doch O’Neills Fantasie ist über weite Strecken abgebrüht und versponnen genug, um die Leser gut bei Laune zu halten.
Und auch die Zuhörer, die am Montagabend auf die Cap San Diego kommen: Dort liest O’Neill, unterstützt von Schauspieler und Musiker Robert Stadlober, der die deutschen Passagen beisteuert.
Montag, 19. September, 21 Uhr, Cap San Diego
Do
17
Mai
2012
Fr
18
Mai
2012
Sa
19
Mai
2012
So
20
Mai
2012
Mo
21
Mai
2012
Di
22
Mai
2012
Mi
23
Mai
2012
Do
24
Mai
2012
Fr
25
Mai
2012
Sa
26
Mai
2012
So
27
Mai
2012
Mo
28
Mai
2012
Di
29
Mai
2012
Mi
30
Mai
2012
Do
31
Mai
2012
Fr
01
Jun
2012
Sa
02
Jun
2012
So
03
Jun
2012
Mo
04
Jun
2012
Di
05
Jun
2012
Mi
06
Jun
2012
Do
07
Jun
2012
Fr
08
Jun
2012
Sa
09
Jun
2012
So
10
Jun
2012
Mo
11
Jun
2012
Di
12
Jun
2012
Mi
13
Jun
2012
Do
14
Jun
2012
Fr
15
Jun
2012
Sa
16
Jun
2012