
Schon mit 25 Jahren hat sich das New Yorker Uptown-Mädchen zu einer der präsentesten Medienfiguren des 21. Jahrhunderts entwickelt. Eine Medien-Kunstfigur, die sich für das berüchtigte „Sex sells“ nicht geniert, sondern es mit höchst körperlicher Präsenz einsetzt. Selbstbewusst streut sie die Gerüchte und Spekulationen, die über sie kursieren sollen.
Durch ihre Künstlichkeit schafft sie sich aber auch Anonymität. Manch ein Gaga-Fan würde die Ikone auf der Straße ohne Kostüm und Schminke nicht erkennen. Lady Gaga ist eine junge Frau, die sich immer wieder neu entdeckt und erfindet. Sie löst alles Authentische auf und opfert es auf dem Altar der auf die Spitze getriebenen Künstlichkeit.
Aber neben der künstlerischen Lust am Tabubruch geht es auch um inhaltliche Anliegen wie die Verwischung von Geschlechts- und Genregrenzen, die sich unter anderem im Engagement für die Rechte Homosexueller im US-Militär niederschlagen. Die Dokumentation zeigt Lady Gaga als Phänomen der zeitgenössischen Medienwelt, als Megastar unserer Zeit, als Künstlerin und als Persönlichkeit mit politischem Engagement.
Kommenden Samstag erlebt die Arte-Reihe ihren Höhepunkt: Madonna oder Britney Spears, Carole King oder Patti Smith, Missy Elliot oder Lady Gaga? Im Januar waren die Zuschauer aufgerufen, per Internet-Voting ihre zehn Queens of Pop aus 100 vorgeschlagenen Sängerinnen auszuwählen. Am 30. Juli werden nun alle zehn Dokumentationen noch einmal wiederholt, bevor in der Finalshow die wirkliche „Queen of Pop“ gekürt wird.
Queens of Pop (9): Lady Gaga. Donnerstag, 28. Juli, 18.30 Uhr, Arte
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