
„Die Deutsche AIDS-Hilfe wird sich verstärkt dafür einsetzen, die Strafbarkeit der HIV-Übertragung in Deutschland abzuschaffen. Die Kriminalisierung bürdet Menschen mit HIV einseitig die Verantwortung auf und schadet damit auch der Prävention“, erklärt DAH-Vorstand Carsten Schatz.
„Durch die heute verfügbaren Therapien kann man lange und gut mit HIV leben. Die Medikamente senken zugleich die Übertragungswahrscheinlichkeit erheblich. Viele Menschen setzen die HIV-Infektion aber immer noch mit schwerer Krankheit und Tod gleich und haben teilweise irrationale Infektionsängste“, so Schatz. Um Angst und Ausgrenzung von HIV-Positiven zu vermindern, sei es daher besonders wichtig, ein realistisches Bild vom Leben mit HIV zu vermitteln.
Der neue DAH-Vorstand will in den kommenden drei Jahren neben der HIV-Prävention einen besonderen Schwerpunkt darauf legen, über das Leben mit HIV in Zeiten der Kombinationstherapien zu informieren und damit der Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV entgegenzuwirken.
Dem bei der Mitgliederversammlung in Neumünster neu gewählten DAH-Vorstand gehören an: Tino Henn (Starnberg/Essen, Inhaber und Vorsitzender Geschäftsführer der Bruno Gmünder Media Group), Winfried Holz (Berlin, Referatsleiter in der Verwaltung des Deutschen Bundestags), Manuel Izdebski (Geschäftsführer der AIDS-Hilfe im Kreis Unna), Carsten Schatz (Geschäftsführer des Berliner Landesverbandes der Partei Die Linke), Sylvia Urban (Supervisorin, Vorstandsmitglieder der AIDS-Hilfe Dresden).
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Eine Beurteilung wird tendenziell unterschiedlich aussehen, je nachdem, ob man eher die Sichtweise des Positiven oder des Negativen vertritt. Und das ist ja auch normal und nicht verwerflich. Für einen Positiven wünsche ich mir möglichst wenig Diskriminierung. Für einen Negativen möglichst viel Schutz. Natürlich weiß auch jeder, dass er sich schützen kann, klar!
Ich selber neige dazu, dass ich den Positiven in irgendeiner Form davon abhalten will, ohne zu fragen unsafe Sex zu haben. Und das kann man m.E. auch mit Verboten und Gesetzen.
Ich möchte mal ein Beispiel nennen: In einem „Fickschuppen“ fickt ein Aktiver safe jemanden im Sling mit Gummi. Weitere Personen stehen daneben. Der Aktive macht eine Pause oder geht einfach. In diesem Moment fickt ein anderer einfach den im Sling Liegenden bare weiter.
Jetzt wird der eine oder andere sagen, selber schuld! Oder man sagt, in dem Laden sind doch eh alle positiv. Vielleicht wird der Bareficker sagen, mein Virenlast ist aktuell deutlich unter XYZ…..
Natürlich ist das nur ein Beispiel und nur wenige verhalten sich so. Es passiert aber auch nicht nur einmal im Jahr.
Und dieses Verhalten sollte aus meiner Sicht nicht straffrei sein!
Lieber Chris, in der von Dir beschriebenen Situation gibt es mehrere Beteiligte, die in einer lasziven Situation ungefragt auf "Safer Sex" verzichtet haben. Hierfür können viele Gründe maßgeblich sein (Drogen, Alkoholkonsum, soziale Gründe etc.). Alle Beteiligten sind jedoch über 18 Jahre alt und sich des Risikos bewußt, dass es bei zufällig gewählten Sexualpartnern, deren HIV-Status unbekannt ist, zu bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu HIV-Infektionen kommen kann. Dieses Risiko nehmen sie bewußt in Kauf, bevor sie in einem "HIV-Welcome"-Lokal sich zum Geschlechtsverkehr mit zufällig gewählten Sexualpartnern bereiterklären. Im Übrigen sollte die Kirche doch auch strafrechtlich im Dorf bleiben. Ein Jahr und sechs Monate für einen einzigen Sexualkontakt bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze ist doch wirklich eine absolute Übertreibung. Wir sollten endlich Schluß machen mit dieser strafrechtlichen Hexenjagd auf HIV-Positive !
Danke und Bravo, AIDS-Hilfe. Die stigmatisierende Rechtsprechung, insbesondere der Strafgerichte "... auf dem Lande...", ist alles andere als sozial adäquat zu dieser Frage. Wer heutzutage im Darkroom, in der Sauna oder sonstwo auf "Safer Sex" verzichtet, nimmt doch nach den Grundsatzen der Risikoerhöhung im Rahmen einer frei verantwortlichen Selbstschädigung durch schlüssiges
Verhalten auch UNABHÄNGIG VOM HIV-STATUS DES GEGENÜSBERS billigend in Kauf, dass es zu einer Infektion kommen kann. Safer Sex ist keine Einbahnstraße für nur einen der Sexualpartner. Bei ungetesteten Sexualpartnern ist die Viruslast in den ersten Monaten bis zum Test besonders hoch. Die Gleichbehandlung aller Fälle muß es gebieten, diesen veralteten Strafrechtsbereich endlich zu "entrümpeln" und die übertrieben drakonischen Strafrodhungen von Vorgestern endlich über Bord zu werfen. Wir können es uns nicht mehr leisten, Safer Sex nur vom Positiven strafrechtlich einzufordern und den Negativen als "strafrechtliches Opferlamm" aus dieser Verantwortung ganz herauszulassen. Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht im Zeitalter der "Borgia", die Schuld und Rache einseitig zugeschanzt haben !
Zudem ist das Strafrecht ein völlig ungeeignetes Rechtsgebiet, um die Aufgabe der Präventionsarbeit zu erfüllen, die notwendig ist, um die Weitergabe von HIV und AIDS zu vermeiden. Sinnvolle Präventionsarbeit gegen HIV wird z.B. in der AIDS-Hilfe und bei Hein & Fiete geleistet, nicht aber, bei allem Respekt, in der Staatsanwaltschaft. Es würde absolut keinen Sinn machen, die öffentlichen Mittel für Präventionsarbeit bei Hein & Fiete und in der AIDS-Hilfe wegzukürzen und stattdessen einen riesigen "Präventions-"Apparat in der Staatsanwaltschaft insoweit gegenzufinanzieren. Genau
andersrum muß es laufen ! Nur so wird ein Schuh draus.
Das "Stigma" ist das wichtigste soziale Benachteiligungskriterium gegen AIDS. Kämpfen wir doch alle lieber gemeisam gegen das "Stigma" und entkriminalisieren wir das Leben der Betroffenen als dass wir diejenigen, die von AIDS betroffen sind, auch noch obendrein ins Gefängnis stecken, anstatt ihnen die so dringend benötigte soziale und wirtschaftliche Unterstützung gegen ihr "Stigma" zuteil werden zu lassen !
Hier müßte ein parteiübergreifender Konsens doch endlich mal am Horizont auftauchen.
Ich bin schockiert über die z.T. sehr unreflektierten Kommentare... Von einem Mordversuch kann zunächst mal überhaupt keine Rede sein. Aus einer moralischen Perspektive ist es verwerflich, seinen positiven HIV-Status einem Sexualpartner vorzuenthalten, allerdings ist es auch die Verantwortung des anderen, sich zu schützen. Wer sich nicht schützt geht ein Risiko ein... jeder muss selbst entscheiden, ob er dies für ungeschützten Sex in Kauf nimmt oder nicht. Mord bedeutet zudem, dass jemand eine Absicht hat, jemanden zu töten. Also ist das völlig daneben.... Und HIV ist eine Immunschwäche, AIDS sozusagen eine Folgeerkrankung und es gibt unzählige andere Krankheiten auf der Welt, die z.T. sehr viel drastischer sind. Wen wollen wir da alles an die Anklagebank stellen? Die Zigarettenindustrie? Raucher? Kneipenwirte? Leben bedeutet immer auch Risiko. Inwieweit wir uns davor schützen wollen bleibt jedem selbst überlassen und Menschen müssen damit leben, dass es immer ein Restrisiko gibt. Auch ein Kondom kann platzen. Letztendlich ist eine heutige HIV-Infektion kein Todesurteil mehr. Wie gesagt, moralisch sollte ein HIV-Positiver sich schützen oder es dem anderen mitteilen, meiner Meinung nach. Hieraus eine Mordabsicht abzuleiten ist albern. Schützt euch selbst, dann ist das Risiko am geringsten. So sieht es aus. HIV-Positive werden an den Pranger gestellt und es wird völlig vergessen, dass HEP C eine ebenso schreckliche Erkrankung ist. Ein letzter Punkt: HIV und AIDS ist in anderen Ländern ein viel kritischeres Thema (kein Zugang zu Medikamenten, drastische Ausbreitung etc.)... wie sieht es dann mit der Mordabsicht aus? Da ist die Lage wohl sehr viel dramatischer. Leider denken einige nur daran, ihren eigenen Arsch zu retten. Und zudem klingt es so, als spielen da auch persönliche Erfahrungen eine Rolle. Vielleicht selbser mal ein Kondom vergessen?
Mit so einer Argumentation könnte man auch andere Mordversuche straffrei stellen - schließlich könnte das Opfer gut im Rollstuhl überleben und gegen Stichverletzungen helfen ein paar Pillen. Die Kriminalisierung bürdet schließlich Menschen, die einen Mordversuch unternehmen, einseitig die Verantwortung auf und schadet damit auch der Prävention. Eine glänzende Idee also, durch Straffreiheit der Stigmatisierung und Diskriminierung von Mördern entgegenzuwirken. Um Angst und Ausgrenzung von Tätern zu vermindern, ist es daher besonders wichtig, ein realistisches Bild vom Leben nach einem Mordversuch zu vermitteln. Geht's noch?
Wolfgang
Unglaublich: Straffreiheit für die Übertragung von Aids???
Selbstverständlich haben Aids-Kranke ein Recht auf Sexualleben. Aber die Rechtsgüter "Leben" und "körperliche Unversehrtheit" sind ohne jede Frage höher zu bewerten. Deshalb MUSS ein Aids-Kranker vor dem ersten Sexualkontakt den neuen Partner über die Erkrankung informieren. Sonst spielt er mit dem Leben des anderen. Wie egoistisch muß man sein, um die eigene sexuelle Befriedigung über das Leben eines anderen Menschen zu stellen???
Mit wenig verständnisvollen Grüßen
Michael Schreiber
Vorsätzliche Körperverletzung ist es, wenn vorsätzlich infiziert wird! Geistig schwach ist es, HIV-Positive mit Sexualleben per se als Straftäter und Linke als Parasiten zu bezeichnen.
M nicht fG an Dietmar
Christian
Seit ihr blöd. Jemanden zu infizieren ist vorsätzliche Körperverletzung.
Ihr gehört alle ins Armenhaus für geistig schwache.
So etwas dummes kann nur von linken Parasiten kommen.
MfG Dietmar
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