
Mit einer Kundgebung am Potsdamer Platz wird das Bündnis „Der Papst kommt“ am Donnerstag gegen die Geschlechter- und Sexualpolitik Benedikt XVI. demonstrieren. „Keine Macht den Dogmen“ lautet deren Motto, während die Visite des Kirchenoberhauptes für den Glauben wirbt: „Wo Gott ist, da ist Zukunft“.
Wo der Papst ist, da ist hingegen erst einmal Gigantomanie. 70.000 Menschen werden an der Messe im ausverkauften Olympiastadion teilnehmen. 80.000 Hostien liegen bereit. Auf das Erzbistum Berlin kommen Kosten von 3,5 Millionen Euro zu, allein der 250 Quadratmeter große Altar im Stadion schlägt mit 400.000 Euro zu Buche.
Übernachten wird Benedikt XVI. in der vatikanischen Botschaft in Berlin, der so genannten Nuntiatur. In deren Umfeld sind bereits die Gullis versiegelt, Polizisten patrouillieren und konnten dennoch nicht verhindern, dass in der Nacht bereist die ersten Farbbeutel gegen Plakate und Gebäude flogen. Der Staatschutz ermittelt.
Bei der Demo des Anti-Papst-Bündnisses soll es aber friedlich zugehen. In dem vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) initiierten Bündnis haben sich 70 Organisationen zusammengeschlossen. Bei der Auftaktkundgebung am Postdamer Platz werden kurze Ansprachen zu den Themen Frauen- und Geschlechterpolitik, Homosexualität, sexuelle und reproduktive Rechte, Kondompolitik sowie Trennung von Kirche und Staat gehalten. Zudem werden die Theologin Uta Ranke-Heinemann, zwei ehemalige Priester sowie mehrere Bundestagsabgeordnete auf der Bühne erwartet.
Der anschließende Demozug wird von einem „Papa-Mobil“ mit zwei Päpstinnen und zwei Päpsten und dem gemeinsamen Banner des Bündnisses mit Ralf König-Karikatur angeführt, dahinter folgt der offizielle Truck des Bündnisses inklusive DJs, daran schließen sich die Wagen verschiedener Gruppen an. Der Großteil der Organisationen will sich mit Fußgruppen an der Demonstration beteiligen.
Bei der Abschlusskundgebung am Bebelplatz vor der St. Hedwigs-Kathedrale ab 19 Uhr werden David Berger, Dr. Schmidt Salomon und Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime sprechen. Für Musik sorgt hier die DJane Marusha.
Parallel zur Auftaktkundgebung wird Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag sprechen. Rund 100 Abgeordnete haben bereits angekündigt, der Rede fernzubleiben. Aus Hamburg sind dies der Grüne Manuel Sarrazin und sowie der Linke-Abgeordnete Jan van Aken. „Für mich gilt die strikte Trennung von Kirche und Staat“, sagt er. Der schwule SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs hingegen findet eine Teilnahme angebracht. Er sagte dem Hamburger Abendblatt: „Es handelt sich um eine offizielle Sitzung des Bundestages und ein Staatsgast spricht im Plenum.“
Das unterstreicht auch der ebenfalls schwule FDP-Abgeorndete Michael Kauch, für den es ein „Gebot der Höflichkeit und des wechselseitigen Respekts“ ist, an der Sitzung teilzunehmen. Kauch: „Als Zeichen des Protestes gegen die Politik des Vatikans werde ich aber eine Regenbogen-Krawatte tragen.“
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Ich finde das Boykott und diese Demonstrationen in dem Ausmass mehr als fraglich und peinlich. Ich bin mir auch bewusst, dass viele das hier nicht gerne lesen.
Schwule bringen sich aber gerne in Szene. Erwarten von der Politik Gleichstellung und Toleranz und sind selber sehr untolerant, ja sogar primitiv.
Viele Schwule - vor allem in der Szene - leben ja gerne in einer Scheinwelt, gerade diese sollten ein paar Worte der Nachdenklichkeit aufnehmen.
Dass viele hier nur auf die Sexualmoral der Kirche zeigen ist falsch. Dabei wird vergessen, dass Kirche mehr als das ist und noch immer für ein Grossteil der Gesellschaft eminent wichtig ist.
Eins ist sicher, egal was der Papst sagt, für eine Mehrheit da online wird alles falsch sein.
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