Die Nichte von Fidel Castro ist so etwas wie das enfant terrible ihrer Familie. „Sexuelle Identität und Orientierung ist für mich ein Menschenrecht“, sagte Mariela Castro jetzt in einem Interview im Vorfeld ihres Hamburg-Besuches. Menschenrechtsfragen gehören nicht unbedingt zu den Themen, über die Angehörige der kubanischen Führungselite normalerweise sprechen.
In dem kommunistisch regierten Inselstaat, der weder Opposition noch Rede- oder Reisefreiheit kennt, ist Homosexualität unter Erwachsenen seit 1979 zwar straffrei, kann aber weiterhin polizeilich verfolgt werden. Schwulsein wird ähnlich wie Alkohol- oder Drogensucht durch das Strafgesetzbuch als sozial zu tadelndes Übel und antisoziales Verhalten angesehen. Allerdings verdingen sich insbesondere in der Hauptstadt Havanna viele junge Männer als Prostituierte. Von zahlreichen schwulen Reisenden wird Kuba mittlerweile als beliebtes Reiseziel geschätzt - für billigen Sex.
Immerhin: seit geraumer Zeit diskutieren die Kommunistische Partei und das Parlament über die Anerkennung homosexueller Partnerschaften – was nicht zuletzt mit dem Engagement von Mariela Castro zu tun haben dürfte. Sie selbst ist in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Kinder.
In Hamburg wird Mariela Castro gemeinsam mit CSD-Schirmherr Corny Littmann, der privat regelmäßig nach Kuba reist, in einem offenen Wagen die CSD-Parade am 7. August anführen; der kubanische Geheimdienst soll dabei für ihre Sicherheit sorgen. Am Dienstag zuvor wird Mariela Castro im Schmidt Theater über ihre Arbeit berichten und mit dem Publikum diskutieren.
Mariela Castro im Schmidt-Theater: 3. August, 20 Uhr, Eintritt: 2 Euro
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Ergänzung: zudem ist die Einschätzung, Frau Castro würde kein Amt bekleiden unrichtig. Sie ist Direktorin des Centro Nacional de Educación Sexual (Nationales Zentrum für sexuelle Aufklärung – CENESEX) sowie Präsidentin des Multidisziplinären Zentrums für Sexualstudien Kubas, Präsidentin der Nationalen Kommission für die Verfolgung der Störung der geschlechtlichen Identität, Mitglied der Aktionsgruppe zur Vorbeugung, Konfrontierung und Bekämpfung von AIDS, Exekutivmitglied der World Association for Sexual Health. Seit dem Tod ihrer Mutter ist sie amtierende Präsidentin der Federación de Mujeres Cubanas, der kubanischen Frauenorganisation.
Mir sei die Anmerkung gestattet, dass diese Organisationen natürlich gleichgeschaltet sind. Zudem beharrt die Castro-Tochter weiterhin auf den bekannt dogmatischen Thesen des verkrusteten Systems. Regimekritiker sind für sie nur "von Washington bezahlte Söldner". "Für Meinungsfreiheit wird in Kuba niemand bestraft", behauptet Mariela Castro, "wenn freie und unbequeme Gedanken bei uns unter Strafe stünden, wäre ich eine gute Kandidatin für das Gefängnis."
www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-07/17437380-mariela-castro-reformen-in-kuba-noetig-003.htm
Zu diesen absurden Äußerungen ist eigentlich nichts mehr anzumerken.
Ich frage mich als Liberale, die konsequent für Demokratie , Menschen- und Bürgerrechte eintritt, was diese Frau hier zu suchen hat. Herr Bott, drängt sich Ihnen die Frage nicht auch auf?
Mariela Castro bekleidet kein Amt? Wie ist es denn damit: "Seit dem Tod ihrer Mutter ist sie amtierende Präsidentin der Federación de Mujeres Cubanas, der kubanischen Frauenorganisation."
Natürlich nur, weil es keine andere geeignete Person gab. Und weil's so schön ist, gibt's das Amt gleich auf Lebenszeit. Willkommen in den sozialistischen Erbdynastien dieser Welt.
Und überhaupt: In einschlägigen Hamburger Homosexuellenkreisen wirbt doch niemand für einen Besuch Kubas wegen der Schönheit des Landes - sondern wegen der der einheimischen Männer, die es auch noch günstig gleich für die ganze Nacht gibt. Die verkaufen sich natürlich nur, weil sie so viel Spaß am Sex mit gealterten Westlern haben. Nicht, weil die wirtschaftliche Not in Kuba sie dazu treibt.
Armes Kuba, erbärmliche schwule Sextouristen.
...und warum reist Herr Littmann regelmäßig nach Kuba? Wegen der Kultur ja wohl kaum! Wie toll ist das denn bitte - hier für die Menschenrechte Spiegel zertrümmern und dort...naja. Die kubanischen Jungs sind halt so anhänglich...!
Wenn das die Freiheit ist für die wir kämpfen, dann weiß ich auch nicht! Super: Durch den kubanischen Geheimdienst wird die Parade immerhin so richtig sicher.
Nachtrag:
1. Kann man ruhig in ein Land fahren, um sich darüber zu informieren - und sich dann eine Meinung bilden.
2. Muss man auch manchmal aus beruflichen Gründen in Länder fahren, wo man privat nicht hinfährt.
Man muss nur einmal den Länderbericht des Auswärtigen Amtes lesen. Auch wenn Schwulsein auf Kuba nicht mehr illegal ist: das Menschsein hat mit Freiheit und Demokratie nichts zu tun:
"Nach wie vor besorgniserregend sind kurzzeitige Verhaftungen von Dissidenten unter Anwendung des jeglicher rechtsstaatlicher Norm zuwider laufenden Paragraphen „Gefährlichkeit vor Straffälligkeit“.
Es gibt auch weiterhin keine Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, politisch Andersdenkende werden von Staatsorganen genau überwacht und eingeschüchtert. Das Entstehen von Parteien und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen wird zumeist toleriert; nennenswerte Bedeutung vermochten sie allerdings unter den herrschenden Umständen nicht zu erlangen.
Deutschland setzt sich zusammen mit den europäischen Partnern nachdrücklich für die Freilassung der politischen Gefangenen und die Gewährleistung der Grundfreiheiten sowohl direkt als auch in den zuständigen multilateralen Foren ein."
Ich frage mich, was diese Dame hier auf dem CSD zu suchen hat. Ich war vor kurzem selber in Cuba, wie in dem Artikel schon richtig steht, gibt es dort weder Opposition noch Redefreiheit. Kommunikation über Internet wird vorsätzlich verhindert, selbst das Mobilfunknetz funktioniert nur teilweise und so wird Kommunikation der Bürger verhindert. In Urlaub sollte man dort nicht hin, solange dieses autoritäre Regime, das leider hier in Deutschland mit rosa Brille gesehen wird, noch regiert. Aktivistin für Homorechte gut und schön, aber da gibt es dort wirklich wichtigeres zu tun, und letztlich ist das nur ein Feigenblättchen, und ficken ist ja nicht staatsgefährdend, im Gegenteil, es stellt ruhig!
Was die Frau hier zu suchen hat? Ganz einfach, sie ist die führende Aktivistin für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in Kuba. Deshalb ist sie zum CSD hier. Sie bekleidet in Kuba kein politisches Amt und gilt bei den alten Betonköpfen als äußerst kritisch und liberal - weshalb sie wohl auch kein Amt bekleidet. Und wenn das dann in den Augen von Achim Albers schon bigott ist, dann doch mal nachgefragt: auf der einen Seite nach Kuba reisen und auf der anderen erklären, man solle da nur ja nicht hinfahren - wie bigott ist das denn?
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