
Hamburgs Leder- und Fetischverein Spike e.V. ist eher unverdächtig, modischen Trends hinterherzulaufen. Der Vorstand beruft sich lieber auf Bewährtes, und so kommt es nicht von ungefähr, dass man sich im Programmheft der diesjährigen Lederparty damit rühmt, eines der Treffen „mit der längsten Tradition weltweit“ zu veranstalten.
Zum 37. Mal wird die internationale Szene zwischen dem 11. und dem 16. August nun an der Elbe begrüßt. Dass mit der MS Stubnitz im vergangenen Jahr Ersatz für die weggefallene Hauptattraktion Cap San Diego gefunden wurde, ist ein wichtiges Signal gewesen: die Lederparty hat wieder ein Alleinstellungsmerkmal, denn ein Partyschiff mit entsprechende Hafenkulisse gibt’s für die Kerle eben nur in Hamburg.
Das 80 Meter lange ehemalige Kühl-Transport-Schiff der DDR Hochsee-Fischfangflotte sollte eigentlich längst abgewrackt werden, bevor es eine Rostocker Kulturinitiative übernahm. Bei Spike betrachtet man die MS Stubnitz als „das geilste Schiff, dass es derzeit für Leder- und Fetischfreunde gibt“ – kein Wunder also, dass die Hauptparty mit Nacho Chapado und DJ Roberto Varano hier erneut stattfindet. Das Schiff liegt im Baakenhafen unweit des museumsreifen „U 434“, von Toms Saloon aus wird ein kostenloser Shuttleservice eingerichtet (Rückfahrt: 2 Euro).
Die zweite Groß-Party (ebenfalls mit Shuttleservice ab Toms) findet ebenfalls an bewährter Stelle statt: die Spike-Night im Catonium bietet sieben unterschiedlich bespielte Bereiche, fünf Bars, zwei Tanzflächen, Darkroom, Wet-Area, Clinic-Room, S/M-Playlounge, BLUF-Area sowie eine Zigarrenlounge über den Dächern der Stadt – also alles, was große Jungs zum Spielen benötigen.
Doch auch neben den reinen Partys für jegliche Vorlieben gibt es ein abwechlsungsreiches Programm. Die Ausfahrt der Hamburg Gay Biker gehört beim Ledertreffen zu den Programmpunkten mit Tradition. Der Verein versteht sich als eine lockere Gemeinschaft von schwulen Motorradfahrern aus Hamburg und Umgebung. Er startet seine Fahrt ins Grüne wieder auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz beziehungsweise beim um die Ecke gelegenen Geschäft von Mr. Chaps, wo zuvor gefrühstückt wird. Zum Tourfinale warten im Slut Club ab 18 Uhr heiße Würste zur Stärkung für alle. Bockwürste, versteht sich.
Motorrad-Ausfahrt: 14. August, 12 Uhr, ab 10.30 Uhr Frühstück bei Mr. Chaps, Greifswalder Straße 23. www.hamburggaybikers.de
Das Ledertreffen bietet wie bereits im vergangenen Jahr auch 2010 die seltene Gelegenheit, auf einem restaurierten Boot der Wasserschutzpolizei den Hamburger Hafen zu erkunden. Der Verein zur Erhaltung von Museumsschiffen der Wasserschutzpolizei macht’s möglich, denn er betreibt Boote wie die 1965 vom Stapel gelaufene Elbe 1, die zwar längst außer Dienst gestellt, aber immer noch fahrtüchtig sind. Bei der Museumsstreifenfahrt auf der Elbe kann man dem Kapitän über die Schulter gucken.
Hafenrundfahrt: 13. August, 13 Uhr, 14. August, 13 und 15 Uhr, Baumwall; Anmeldung: T (0170) 631 7997
Die ehemalige Hauptkirche St. Nikolai mit dem vierthöchsten Kirchturm der Welt war Zielpunkt der Luftangriffe im Hamburger Feuersturm und brannte nach der so genannten „Operation Gomorrha“ im Juli 1943 aus. Heute ist die Ruine Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt in den Jahren 1939 bis 1945. Für die Teilnehmer des Ledertreffens besteht Gelegenheit, eine Führung durch die Gewölbe zu erleben und anschließen aus 76 Metern Höhe auf die Stadt zu schauen. Treffpunkt ist bei Willis am Rathaus.
Besichtigung von St. Nikolai: 14. August, 15 Uhr, Treffpunkt Willis am Rathaus, Rathausstraße 12
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