
Bei einer Kundgebung während des traditionellen Paradestops in der Mönckebergstraße sagte Hamburg-Pride-Vorsitzender Lars Peters: „ Wir sind hier, weil wir die gleichen Rechte wollen wie alle anderen auch.“ Dazu gehöre in erster Linie, dass die Eingetragene Lebenspartnerschaft im Steuerrecht endlich mit der Ehe gleich gestellt werde. „Und wir wollen, dass für Lesben und Schwule das gleiche Adoptionsrecht gilt wie für Heterosexuelle.“
Neben bundespolitischen Themen wie der Erweiterung von Artikel 3 des Grundgesetzes um die sexuelle Identität sprach Peters auch das Thema Coming-out an, das mit dem diesjährigen Motto in den Mittelpunkt des CSD gestellt wurde. „Das Outing ist oft ein schwieriger Prozess – sei es in der Familie, bei Freunden, bei der Arbeit oder im Verein. Oft ist es auch mit einem Outing nicht getan; immer wieder ist es notwendig, sich und seine Sexualität zu erklären“, so Peters.
Er ermunterte Die Demonstrationsteilnehmer, mit ihrer sexuellen Orientierung offen umzugehen: „Nur wer selbstverständlich zu sich steht und selbstbewusst auftritt, wird auch von anderen ganz selbstverständlich akzeptiert und respektiert!
Rund 10.000 Menschen nahmen an der Parade teil, rund 90.000 säumten den Zugweg. Angeführt wurde die Demonstration erstmals vom Schirmherrn und neuen Ersten Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Insgesamt erwartet Hamburg Pride am Wochenende rund 300.000 Gäste. Das Straßenfest läuft noch bis Sonntagabend.
Die schönsten Fotos von Parade und Straßenfest gibt es hier: www.hinnerk.de/facebook
Abschlussparty im Edelfettwerk
Die offizielle Abschlussparty findet am Samstagabend im Edelfettwerk statt: Auch in diesem Jahr werden wieder mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher erwartet. Los geht's ab 22 Uhr im Edelfettwerk in Eidelstadt.
Gleich mehrere Floors öffnen für den Pride Dance ihre Türen. Elektronische Klänge liefert DJ Ben Manson aus Paris mit einem mehrstündigen Tech-House-Liveset, außerdem sind Martin Broszeit und DJana mit an Bord.
Mitsingen statt Rumwippen heißt es in der Orange Lounge. Frau Hoppe verspricht einen extrem tanzbaren Ritt aus R&B, Rock und Pop. Ihr steht Shari Who?, die Spezialistin für Muschi-Pop, zur Seite. Noch wilder wird es im Labor mit den Szene-DJs Berry-E und Niccy Dynamite und einem bunten Mix aus Schlager, 90er, House, Pop und Charts.
Samstag ab 22 Uhr, Edelfettwerk S-Bahnhof Eidelstedt
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Offener Brief an Hamburg Pride e.V.
CSD-PARADE: STILLSTAND IST TÖDLICH!
Liebes Hamburg-Pride-Team,
zuerst einmal möchte ich mich bei euch bedanken für eure Mühe und euer Engagement für den Hamburger CSD! Toll, was ihr auf die Beine stellt! Ich kann mir vorstellen, wie zeitintensiv und anstrengend das Organisieren der "Festwoche" sein muss.
Dennoch muss ich auch Kritik loswerden, denn seit Jahren ärgere ich mich - übrigens wie ALLE meine Freunde und Bekannte - über die Parade. Warum, um Himmels Willen, muss der Umzug jedes Mal diese unsägliche, schier endlose Pause in der Mönckebergstraße/Steinstraße einlegen?!
So gut es von euch gemeint sein mag, damit (noch) mehr Sichtbarkeit und Präsenz in Hamburgs Einkaufstraße Nr. 1 zu erreichen, so wenig hält die Theorie der Realität stand. Jedes Jahr aufs Neue ist nach spätestens 20 Minuten Stillstand die Luft raus aus der Parade. Da kann die Musik noch so laut über die Mö wummern: Das bisschen Stimmung, das bis dahin gerade aufgekommen war, verpufft über Hamburgs City und Langeweile macht sich breit. So geht diese "Maßnahme" leider nach hinten los.
Hier und da versuchten einige wenige, sich irgendwie bei Laune zu halten, doch man sieht zunehmend in gelangweilte oder genervte Gesichter: auf den Umzugswagen, bei den "Mitläufern", bei den Zuschauern. Nicht wenige verlassen in dieser Zeit die Parade, schauen schon mal aufs Straßenfest oder gehen shoppen. Ähnliches beobachtet man bei den Zuschauern und Passanten: Zuerst schauen sie interessiert, aber nachdem sie 5 Minuten lang auf denselben, stillstehenden Umzugswagen gestarrt haben und sich dort nichts bewegt, wenden sie sich wieder den offebar viel spannenderen Schaufensterauslagen zu oder verschwinden gleich ins Ladeninnere. Das kann doch nicht Sinn und Zweck der Sache sein.
Erspart uns also bitte, bitte, bitte in Zukunft diese tödliche Pause!!! Eine Parade lebt von der Bewegung - sowohl auf Seiten der Teilnehmer, als auch auf Seiten der Zuschauer. Lasst also bitte in Zukunft die Parade einfach eine Parade sein!
Vielen Dank und beste Grüße
Marc
Als ich gestern Marc auf seine Mail geantwortet habe, wusste ich nicht, dass er diese als Offenen Brief hier platzieren würde. Daher jetzt auch meine Antwort an ihn hier im Wortlaut.
Hallo Marc,
vielen Dank für Deine Mail und Deine offenen Worte zur Parade.
Wie Du hoffentlich gehört hast, nutzen wir den Stopp auf der Mönckebergestraße nicht nur, um länger sichtbar zu sein, sondern auch für eine politische Ansprache. Diese lief in diesem Jahr um 13:45 auf allen Wagen zeitgleich ohne jegliche technische Probleme. In der Ansprache wurden die allgemeinen Forderungen zum CSD benannt sowie das CSD-Motto 2011 vorgestellt. Das Feedback, das wir bisher zur Ansprache erhalten haben, war dabei sehr positiv.
Die Ansprache unterstreicht den politischen Charakter und ist damit zum einen sinnstiftend und zum anderen Grundlage dafür, dass die Parade als Demonstration anerkannt wird. Letzteres bedeutet, dass für die Durchführung keine Abgaben an die Stadt, Polizei etc. gezahlt werden müssen. Das wiederum ermöglicht die Paradenteilnahme von diversen Gruppen, die bereits mit den Kosten für die Trucks stark belastet sind.
Im Übrigen haben wir versucht, die Pause dadurch zu verkürzen, dass wir einen fixen Zeitpunkt für die Ansprache festlegt haben. Während wir in den Vorjahren also mit der Ansprache gewartet haben, bis der letzte Wagen auf der Mö zum Stehen gekommen ist, hätte es in diesem Jahr sein können, dass die Leute an den letzten Fahrzeugen die Ansprache dann beim Fahren gehört hätten.
Wir werden bei unseren Nachbesprechungen das Thema nochmal aufnehmen und nach weiteren Optimierungsmöglichkeiten suchen. Eine vollständige Abschaffung des Stopps für die politische Kundgebung halte ich zum aktuellen Zeitpunkt jedoch für unwahrscheinlich.
Besten Gruß
Lars Peters
1. Vorsitzender Hamburg Pride e.V.
lieber hinnerk
am diesjährigen csd gibts wenig auszusetzen:
das wetter: wie wir´s in hamburg kennen + lieben.
die kreativität: wir sind nunmal reich und schön, nicht arm und sexy!
das motto: immer wieder wichtig, ansprechend queer umgesetztes plakat, selbst olafs grußwort für einen hetreosexuellen mann beachtlich klar formuliert.
auch an die bulligen, nicht undbedingt wie unterstützer der gemeinsamen sache wirkenden securities hat sich das alternde auge gewöhnt.
das aber eine vom CSD bezahlte (kahlgeschorene) arbeitskraft beim "schützen" des ersten wagens der parade ein "böhse onkels"-tshirt tragen darf und eine csd-ordnerin jeden einwand mit "die waren früher mal rechts" abwiegelt übersteigt meine norddeutsche gelassenheit.
mit säuerlichen grüßen, NIE WIEDER FASChISMUS l.rasch
Hallo,
vielen Dank für den Hinweis. Ich kann Dir da nur zustimmen.
Wir werden uns hierzu eine Stellungnahme der Sicherheitsleute einholen und in Zukunft dafür sorgen, dass so etwas beim nächsten Mal an unserem Wagen nicht mehr passiert.
Besten Gruß
Lars Peters, Hamburg Pride e.V.
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