
Drei Tage lang wollen die schwulen Fußballfans in Hamburg diskutieren - und noch weit mehr. Denn dass der FC St. Pauli im Jahr des 100. Vereinsgeburtstages den Aufstieg in die erste Liga geschafft hat, ist nach wie vor ein Grund zum Feiern – auch wenn am Millerntor kein schwuler Präsidenten mehr regiert. Doch Ex-Boss Corny Littmann stellt den Jungs der Queer Football Fanclubs (QFF) kostenlos Räumlichkeiten des Schmidt Theaters zur Verfügung. Organisiert wird das Treffen von den schwulen Paulianern des Fanclubs „Queerpass“. Auch im Pauli-Stadion finden Teile der Veranstaltung statt.
Rund 60 Teilnehmer, die für mehr als 800 in Fanclubs organisierte Lesben und Schwule sprechen, kommen am ersten September-Wochenende zusammen. „Mit schwul- lesbischen Fans aus 20 europäischen Fußballfanklubs können wir in Hamburg Anhänger aus mehr Städten zu unserer Konferenz begrüßen als jemals vorher – und das trotz unserer noch jungen Geschichte“, freut sich Dirk Brüllau, Sprecher von „Queerpass St. Pauli“.
Neben Vereinsinterna wird vor allem eine Veranstaltung für Interesse sorgen: „Jung, homosexuell und Fußballspieler – geht das?“ lautet die Frage einer Podiumsdiskussion mit Verantwortlichen vom SV Werder Bremen, Hamburger Sport Verein, FC St. Pauli sowie einem Vertreter des Hamburger Fußballverbandes. Diskutiert wird unter anderem darüber, wie Homosexualität bei Vereinen und Verbänden in der psychosozialen Ausbildung von Nachwuchsspielern behandelt wird.
Die Samstagnacht gehört dann der Party: In der offiziellen Pauli-Fankneipe Jolly Rogers heißt es „Musik für Zicken und Zecken“ – in Anlehnung daran, dass die Fans des Kiezclubs von gegnerischen Anhängern als „Zecken“ verunglimpft wurden.
Dirk Brüllau zeigt sich glücklich, zu der Konferenz auch viele Vertreter von Verbänden und Fußballvereinen aus Norddeutschland begrüßen zu können: „Sie alle haben ein Interesse an einem Dialog auf gleicher Ebene zwischen schwul- lesbischen Anhängern und den Gremien. Wir als QFF mit all unseren Mitgliedern glauben, dass die Beteiligung von Fans die wesentliche Basis dafür ist, Schwulenhass im Fußball erfolgreich und nachhaltig zu bekämpfen", so Brüllau.
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