
Es wird auf jeden Fall schöne Bilder geben: An der Spitze der Hamburger CSD-Parade soll am Samstag ein pinkfarbener Cadillac durch Hamburg rollen, darin Schirmherr Corny Littmann und sein Gast Mariela Castro. Die Nichte Fidels hält sich zu einem Besuch in Deutschland auf, den Littmann als „privat“ deklariert. „Sie wird deshalb keine Fragen zur politischen oder wirtschaftlichen Situation Kubas beantworten“, so Littmann auf einer Veranstaltung im Schmidt Theater in dieser Woche.
Als Angehörige des Castro-Clans genießt die 48-Jährige Privilegien, die den meisten Kubanerinnen und Kubanern verwehrt bleiben – egal, ob homo- oder heterosexuell. Für die Landsleute von Mariela Castro gibt es faktisch keine Reisefreiheit. Sie aber hält sich mit ihrer Familie in Deutschland auf und wird von Botschaftsangehörigen betreut. Im Hamburger Rathaus wurde sie von Staatsrat Carsten-Ludwig Lüdemann und Farid Müller empfangen. In Berlin nahm sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit Zeit für sie. Soviel zum privaten Charakter der Reise.
In Kuba engagiert sich Mariela Castro unter anderem für die Rechte Homosexueller und Transsexueller. Dieses Engagement verdient ausdrücklich Respekt und Anerkennung, denn es hilft, die Lage von Homo- und Transsexuellen zu verbessern. Wenn Mariela Castro öffentlich betont, dass sexuelle Selbstbestimmung ein Menschenrecht sei, ist das aller Ehren wert.
Allerdings lehnt sie eine Veranstaltung wie den Hamburger CSD in ihrer Heimat kategorisch ab. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte Mariela Castro 2008: „Wir möchten zum Beispiel mit dem Christopher Street Day nichts zu tun haben. Meiner Meinung nach tragen solche Veranstaltungen in keiner Weise zur Bevölkerungsaufklärung in Sachen Homosexualität bei. Wir wollen weder provozieren noch schockieren.“
Letzteres wollen heutzutage wohl auch in Deutschland die wenigsten. Mit der Parade wird am Samstag in Hamburg unter anderem für die Freiheits- und Gleichheitsrechte Homosexueller demonstriert. Das ist nicht nur legitim – es ist nach wie vor notwendig. Der kubanische Sozialismus kennt solche Möglichkeiten nicht. Im aktuellen Länderbericht des Auswärtigen Amtes zu Kuba heißt es: „Es gibt auch weiterhin keine Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, politisch Andersdenkende werden von Staatsorganen genau überwacht und eingeschüchtert.“ Und: „Nach wie vor besorgniserregend sind kurzzeitige Verhaftungen von Dissidenten unter Anwendung des jeglicher rechtsstaatlicher Norm zuwider laufenden Paragraphen „Gefährlichkeit vor Straffälligkeit“.“
Wer dieses System rechtfertigt, ist nicht geeignet, hierzulande eine politische Demonstration anzuführen, die unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte einfordert. Im Spiegel verteidigte Mariela Castro unlängst die Verhältnisse in ihrer Heimat: „Unser Volk steht hinter der kubanischen Variante des Sozialismus, er soll nur besser sein als bisher.“ Eine klare und deutliche Distanzierung von einem System der Repression und Unfreiheit ist das nicht. Die CSD-Parade wendet sich aber explizit gegen Repression und Unfreiheit.
Den Spiegel, der neben ihr auch Regimekritiker zu Wort kommen ließ, bezeichnete Mariela Castro gegenüber hinnerk als „böse“. Für Meinungsfreiheit werde in Kuba niemand bestraft, hatte sie in dem Nachrichtenmagazin behauptet. Sie selbst scheint allerdings ein Problem damit zu haben, wenn Journalisten frei und unabhängig berichten. „Wenn freie und unbequeme Gedanken bei uns unter Strafe stünden, wäre ich mit meinem Eintreten für sexuelle Selbstbestimmung eine gute Kandidatin für das Gefängnis gewesen“, sagt Mariela Castro. Mit Verlaub, aber das ist angesichts ihrer familiären Herkunft absurd. Und es verhöhnt all jene, die in Kuba als politische Gefangene inhaftiert sind.
Hamburg Pride kann Mariela Castro nicht ausladen – es war schließlich der Schirmherr, der sie sich an seine Seite holte, nicht der Veranstalter. Hamburg Pride sollte sie auch nicht ausladen. Denn als Zuschauerin kann sie sich am Samstag gerne ihr eigenes Bild von einer Veranstaltung machen, die es ihrer Ansicht nach in Kuba nicht geben darf.
Die politische Community der Stadt sollte sich aber öffentlich und vernehmbar davon distanzieren, dass Mariela Castro an der Spitze einer Parade steht, die 30 Jahre CSD in Hamburg feiert und damit auch das Engagement jener Aktivisten würdigt, die in Deutschland verfolgt wurden und unter dem Strafrechtsparagrafen 175 zu leiden hatten.
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Wenn ich das schon höre, Klassenkampf. Igitt! Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied und wenn man mit seiner Situation unzufrieden ist muss man was ändern und nicht jammern, wie es viele Deutsche ja gerne machen. Niemand muss arm sein in diesem Land. Es gibt eine völlig ausreichende Grundsicherung für den Fall dass man in Schwierigkeiten gerät. Ansonsten sollte man doch genug Stolz und Ehrgeiz haben, sich in der Welt zu behaupten.
Schön, dass die, die ihre Kritik an Cubas „Diktatur“ äußern, auf Computern schreiben, die in der größten „Diktatur“ der Erde, nämlich der Volksrepublik China hergestellt werden. Unser größter und wichtigster Handelspartner, eine Diktatur?
Ich möchte klarstellen - es gibt nicht d i e Demokratie als feststehende Gesellschaftsform, sondern nur als den Grad der Menge von Möglichkeiten welche dem Volk zur Selbstbestimmung zustehen.
Demokratie wird gerne mit „alle Gewalt geht vom Volk aus“ bezeichnet. Das Volk bestimmt in Deutschland? Ist ja wohl ein Witz, das lässt sich aktuell schon am Beispiel „Stuttgart 21“ widerlegen. Gar nicht zu reden von Atomkraft, Afghanistankrieg, Rüstung, Hartz IV usw., usw.
Volksherrschaft hat auch mit Besitz zu tun. Bei uns leben 70% des Volkes stark überschuldet von der Hand in den Mund, 30% aber besitzen das gesamte Volksvermögen. Demokratie?
Und an die FDP-Stimme Camilla Joyce Thiele: Diese Partei, die gerne auf den Schoß von Diktatoren sitzt wenns um den Reibach machen gilt, siehe womblog.de/2009/07/01/fdp-findet-militaerdiktatur-prima/ , ist „bestens“ zur Kritik gegenüber Cuba geeignet ...
Demokratie fängt bei mir, unter heutigen Verhältnissen, bei einem monatlichen Einkommen von € 1.500,- an. Schon um sich die Medien leisten zu können, die eine notwendige Meinungsbildung voraussetzen.
Doch wo bleibt bei den wichtigsten Dingen wie Bildung und Gesundheit die gerechte Verteilung? Demokratie?
Lieber Helmut und andere hier agierende CubagegnerInnen: Lernt, euch in die Lage eine/r/s Außenstehenden/in zu stellen und unser eigenes Land zu betrachten. Es gibt hier reichlich zu tun, oder anders ausgedrückt, wir haben so viel Ungerechtigkeit, dass wir uns daran jahrelang abarbeiten könnten.
Natürlich sind Mangelerscheinungen Mist, aber auch zum großen Teil auf den gnadenlosen, schon über 50 Jahre andauernden Kampf der „Yenkees“ gegen Cuba zu erklären. Die noch heute andauernde Blockade gegen Cuba durch die USA ist ein Verbrechen!
Tausende von Boatpeople ertrinken vor unseren Küsten mit unserer Einwilligung. Wir alle lassen es sogar zu, dass unsere Regierung dem „Demokraten“ Gaddafi viel Geld für die Fluchverhinderung dieser bedauernswerten Menschen zahlt. Demokratie?
Ich könnte diese Betrachtungsweise noch seitenlang fortsetzen. Dafür ist mir aber meine verbleibende Lebenszeit zu kostbar. Lieber bin ich aktiv und versuche mich an einer Veränderung dieser Ungerechtigkeiten. Wer mehr wissen will: www.gruppegutzeit.de
Gerne würde ich mich mit den Beteiligten dieser Diskussionrunde auch mal „live“ auf einen Kaffee/Bier treffen. Wenn Bedarf ist, könnten wir uns gerne einmal in einem netten Café in der Langen Reihe treffen. Könnte doch ganz spannend werden und unsere Theorien vielleicht in praktische Handlung münden lassen. Wer will, kann mich über unsere Web-Seite kontakten.
Und jetzt beende ich die Diskussion für mich, log mich ein auf mein Girokonto und überweise dem Verein „Cuba si“, eine Spende aufs Konto „"Milch für Kubas Kinder", Berliner Sparkasse, BLZ 100 500 00, Konto 13 2222 10.
Also ich persönlich habe nichts gegen Kuba und schon gar nichts gegen die Kubaner. Ich habe aber etwas gegen das dortige System.
Außerdem verstehe ich Dein Demokratie-Argument nicht, Peter. Ein Land, in dem es keine oder keine freien Wahlen mit aktivem und passivem Wahlrecht gibt, ist für mich keine Demokratie. Dort herrscht entweder Anarchie oder es ist eine Diktatur. Kuba fällt da wohl offensichtlich in die letzte Gruppe. Und zur Klarstellung: Ich weiß, dass es auf Kuba Wahlen gibt und das Wahlgesetz, das in der nationalen Verfassung festgeschrieben ist, gut klingt. In der Realität haben die Wahlen in Kuba aber doch wohl nicht mehr mit FREIEN Wahlen zu tun als in der DDR. Und wie frei (und vor allem korrekt ausgezählt) diese waren, sollte wirklich jedem klar sein. Falls jemand keine Ironie versteht: In keinster Weise frei.
Zur Überwachungsparanoia. Selbst wenn sich der Verfassungsschutz die Mühe machen würde, unsere kleine Diskussion zu verfolgen: In der DDR und in Kuba stünde der Geheimdienst doch längst vor der Tür – und hätte mich abgeführt. Und Dich zumindest zum Verhör.
Damit dann noch zum Vorbildcharakter Kubas: Wem kann ein Land, das von dem regierenden Regime so abgewirtschaftet wurde, dass es ohne Lebensmittel und fremde Hilfe von außerhalb („Milch für Kubas Kinder“) nicht leben kann, als Vorbild dienen? Auf meinen Reisen nach Mittelamerika (Kuba war in der Tat nicht dabei) hielt sich die Begeisterung der Einheimischen für Kuba (nicht zuletzt deshalb) stark in Grenzen.
Und um das dann auch noch klar zu machen: Nur weil ich das Castro-Regime ablehne, heißt das noch lange nicht, dass ich die Batista-Diktatur gutheißen würde. Das ist eine infame Unterstellung. Beides waren bzw. sind Unrechtssysteme, die die Bevölkerung unterdrück(t)en (gleiches gilt übrigens für die Nazi- und die SED-Diktatur in Deutschland). Ergo stimme ich auch mit Dir überein, dass die Revolution in Kuba 1958/59 gerecht war. Was daraus wurde, ist jedoch eine blanke Katastrophe – wie in allen (ehemaligen) kommunistischen – oder von mir aus auch sozialistischen – Ländern.
Last not least: Vielen Dank für Deinen Einsatz gegen die Diskriminierung von LGBT! Dieser Dank ist ernst gemeint.
Hr. Gutzeit, informieren Sie sich doch bitte mal über Kuba bei Organisationen wie "Human rights" oder "ai"
Der FDP Landesvorstand in HH hatte sich mit dem Gedanken getragen deswegen die Teilnahme am CSD abzusagen. Da es sich aber um eine Teilnahme der Bundespartei handelte, hat man durch Transparente u.ä. Aktionen sich eindeutig von Frau Castro distanziert. Das ist gut so. Denn Menschenrechte sind nicht teilbar und mehr als nur LGBT Rechte. Zusammen mit den Bundestagsabgeordneten Burkhard-Müller-Sönksen,Sylvia Canel und Michael Kauch , sozialpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion haben wir vor Beginn der Parade in unmittelbarer Nähe von Frau Castro und Herrn Littmann ein Transparent entrollt. Die Blicke der angeblichen Botschaftsbegleiter von Frau Castro kann man nicht beschreiben. Für mein Dafürhalten waren das auch keine Botschaftsangehörigen, sondern kubanische Staatssicherheit , Gestapo oder wie man das auch immer nennen mag.
Hamburg Pride wurde dann wohl auch aufgefordert einzuschreiten, woraufhin ein Vorstandsmitglied dies ablehnte und erwiderte, der CSD sei doch schließlich eine politische Demonstration J)
Ich habe dadurch viele interessante Diskussionen erlebt und es wurde klar, dass der Umgang mit Frau Castro offensichtlich auch den Vorstand von Hamburg Pride gespalten hat.
Die Geschichte hat gezeigt, dass Diktaturen und deren Repräsentanten jedes Event geschickt nutzen um ihr menschenverachtendes Regime salonfähig zu machen. Bspweise seien erwähnt, Olympische Spiele 1936, Fußball WM 1978 in Argentinien, Olympiade in China.
Daher sollte man sich schon ernsthaft Gedanken machen vor welchen Karren man sich spannen lassen will.
Frau FDP, Sie wollen jetzt also den CSD mit Olympischen Spielen und Fußballfesten vergleichen?
Respekt übrigens dafür, dass anscheinend wenigstens Sie den Mumm hatten, Ihre Meinung auch auf dem CSD selbst via Plakat bekannt zu machen. So soll das ja mal sein. Anonym rumschreibseln können ja die meisten - Gesicht zeigen fehlt in unserer Demokratie viel zu häufig.
Ansonsten bleibe ich gerade nach so stetiger Lektüre dieser teils enthemmten Diskussion dabei, dass Mariela Castro eine politische Bereicherung für den CSD 2010 war.
Hier noch ein aktueller Link des LSVD mit einer ausführlichen Beschreibung des Treffens von Herrn Jetz:
www.lsvd.de/index.php
Hallo kleine Kommunistenfresser,
dummerweise bin ich aktuell kein Kommunist - könnte sich aber bei der sich abzeichnender Lage ändern.
Und, Helmut stell dir vor - ich bin auch nicht schwul. Trotzdem habe ich mein Leben lang gegen Diskriminierung und Unterdrückung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen hier und überall in der Welt gekämpft.
Diese Diskussion hier, begonnen bei der berechtigten Kritik eines Spiegel- und hinnerkartikels, artet in wüsten Beschimpfungen über „die Zone“, „geh doch nach drüben“ und anderen unsachlichen und pubertären Beschimpfungen aus.
Warum dieser Hass auf Cuba? Weil ein paar Ewiggestrige nicht kapieren können, dass Cuba unter Batista eine Diktatur war und deshalb die Revolution richtig und gerecht war.
Wenn Cuba eine Diktatur sein soll, was sind denn 90 % aller Staaten auf der Welt? Demokratien? Was für eine Demokratie? Etwa so eine wie hier - in der schon diese, meine Äußerungen wahrscheinlich fleißig vom Verfassungsschutz mitgeschrieben werden? In der Menschen, die für die Aktion „Milch für Kubas Kinder“ sammeln und spenden, von reaktionären CDU-Ministern aus einer Laune heraus für linksradikal erklärt werden und zudem noch überwacht werden?
Bevor jemand meine Ausbürgerung nach Cuba fordert, sag ich ihm: Fahr´ du doch mal da hin und sieh dich um - begreift endlich, das Cuba d a s Vorbild für ganz Mittel- und Südamerika ist (und natürlich auch für viele andere Staaten und Menschen auf der Erde).
Und wer mich mit einer unverschämten Frechheit zum Verlassen meines Landes (!) auffordert, dem kann ich nur sagen, dieses Land ist unser aller Land.
Eigentlich gibt es nur zwei Seiten - entweder bist du gegen Cuba oder dafür. Ich sag nur Cuba si - Venceremos!
Um den Sukov'schen Konjunktiven hier mal ein Ende zu setzen: Ich habe viel zu lange in der DDR leben müssen. Ausgebürgert habe ich in der Zeit niemanden. Wurde es selbst (leider) auch nicht.
Interessant sind aber zwei Dinge:
1) Ausbürgerung ist mehr oder weniger ausschließlich ein Phänomen (kommunistischer) Diktaturen
2) Diejenigen, die freiwillig von der BRD in die DDR gegangen sind, waren selten dauerhaft glücklich mit ihrer Entscheidung. Schlimmer noch, die meisten sind daran zerbrochen. Denn das von ihnen so hoch gelobte System hat ihnen plötzlich selbst einen Maulkorb aufgesetzt und sie in Schranken gewiesen (oder wieder ziehen lassen).
Und wenn jetzt wieder die Leier der Wendeverlierer im Osten kommt: Diejenigen, denen es heute tatsächlich wirtschaflich schlechter geht als zu DDR-Zeiten, können ihren Unmut frei äußern, dagegen aktiv werden und finden damit ja auch entsprechendes Medienecho. Die Menschen in Kuba, die heutzutage wirtschaftlich schlechter dran sind als die DDRler von damals, haben meines Wissen die Möglichkeit nicht. Die müssen die Unfähigkeit der "herrschenden Klasse" ihres Systems leidend ertragen. Schließlich könnte es einem als Systemkritiker ja noch schlechter gehen.
Zitat "Auch hat sich Frau Castro nicht gegen den CSD gewandt, sondern die Zweifel vieler gegenüber der Kommerzialisierung des CSD zum Karneval wiedergegeben. Und damit hat sie Recht, wie man auch dieses Jahr wieder in Hamburg sehen konnte. In Berlin gibt es übrigens aus diesem Grund seit Jahren den „Transgenialen CSD“ in Kreuzberg auf dem u.a. politische Reden gegen die fortdauernde sexuelle Diskriminierung in Deutschland und anderswo gehalten werden und nicht nur Becks- und Niveau-Reklame zu sehen sind. "
Ich hätte keine Einwände gehabt, wenn Frau Castro beim transgenialen CSD teilgenommen hätte und die Veranstaltung mit nicht im Schmidt-Theater sondern in der Roten Flora stattgefunden hätte, denn Gleiches gesellt sich zu Gleichen :-))Dort gehört sie hin.Dort kann sie bleiben.
Ansonsten wirkt dein Beitrag aufgrund des Schönredens einer Diktatur wie einer aus der Aktuellen Kamera vor über 20 Jahren.
Die Menschen, welche fordern oder süffisant nachfragen, dass Linke - resp. weshalb Linke nicht - auswandern sollen in andere Staaten, sind die Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken Andersdenkende ausbürgern würden. Darauf werden sie entgegen: Das habt "ihr" doch mit Biermann gemacht. Worauf zu entgegen wäre: Dass die eine Schweinerei die andere, die noch nicht aktuelle, aber schon mitschwingende nicht entschuldigt.
Es diese "Geh-doch-rüber-Gestalten", die für jede Denunziation zu haben wären, wenn es sich nur lohnen würde. Nein, dass ist keine Vermutung. Das springt einen an aus den Zeilen. Diese ganze Freiheitsdiskussion, welche die "Geh-doch-rüber-Gestalten" anstrengen, ist nichts als Schimäre. Es sind Charaktermasken - um Freiheit dreht sich bei denen nichts, es sei denn um die Gewerbefreiheit und die Freiheit der Ausbeutung. Hier, über das Hier in der sog. dritten Welt.
Eigentlich - ich entschuldige mich bei mir - sind solche Gestalten kein Wort der Gegenrede wert.
Zitat: "Wenn es doch in Kuba so toll ist – warum wandert Ihr denn nicht dahin aus? Und wenn’s ein Sprachproblem gibt: Warum seid Ihr dann nicht damals in die DDR gegangen?"
tja, Helmut eine berechtigte Frage, auf die man dann aber meistens keine Antwort mehr bekommt :-))
Ich wusste gar nicht, wie viele Kommunismus verherrlichende Schwule und Lesben es (noch) gibt. Schön, dass die endlich auch mal wieder aus ihren Höhlen gelockt werden. Man hätte fast denken können, die Homos seien alle den bürgerlichen Grünen anheimgefallen.
Wenn es doch in Kuba so toll ist – warum wandert Ihr denn nicht dahin aus? Und wenn’s ein Sprachproblem gibt: Warum seid Ihr dann nicht damals in die DDR gegangen? Da wurde der 175er früher abgeschafft als im Westen. Da hatten die Kirchen keinen Einfluss, um sich gegen Homos aufzuregen. Naja, und von den Bezügen eines Volkskammerabgeordneten konnte man sich garantiert kein Luxusleben leisten (Wiewohl die Lebenssituation in Wandlitz im Vergleich zum durchschnittlichen DDR-Bürger sehr wohl privilegiert war. Zumindest gab’s dort täglich Bananen.) Ok, in der DDR wurden die Menschrechte mit Füßen getreten. Aber da kann man ja wohl drüber weg schauen, oder?
Nein, kann man nicht. Und auch nicht darüber, dass es unter jeglichem Niveau ist, Personen, die vermutlich nicht links der SPD stehen, als ideologische Lügner zu bezeichnen.
Apropos Niveau: Ich habe beim CSD in diesem Jahr (leider) kein NIVEA gesehen. Und zu trinken gab’s in den letzten Jahren auch nur JEVER und nicht Beck’s. Vielleicht sollten sich die ewig gestrigen Nörgler mal in der Wirklichkeit 2010 umschauen. Aber dafür müsste man ja die eigenen ideologischen Scheuklappen öffnen - und nach vorne schauen.
Ein Meisterbeispiel für einen ideologischen Lügenartikel! Fragt sich nur, wer der Auftraggeber für den Lügenschreiber war? Mit ein wenig Recherche wüsste der Autor über den Unwahrheitsgehalt seiner Worte. Oder wusste er es gar und hat bewusst gelogen? Man darf es annehmen, dass hier ideologische Brillen diesen Kampfartikel gegen Kuba alle journalistischen Grundsätze Hohn sprechen ließen.
Der Vorwurf Frau Castro Espin wäre aus einer privilegierten Familie ist spaßig. Erstes haben kubanische Politiker eher wenige Privilegien und zweites sollte einem als Deutscher beim Schreiben dieser Kritik der Stift in der Hand faulen. Wie hoch sind die Diäten von Abgeordneten im Bundestag und Landestagen? Welche Rente bekommen Abgeordnete, Minister, Staatssekretäre, Ministerialbeamte schon nach wenigen Dienstjahren? Bundestagsabgeordnete bekommen übrigens schon nach gut 6 Jahren Rente! Normalbürger müssen 45 Jahre arbeiten. Das nenne ich Privilegien! Aktuell ist das Beispiel des Loveparade-OB von Duisburg Sauerland, der wohl wegen seiner Altersbezüge nicht zurücktreten will. Nur bei einer Abwahl würde er diese behalten (mindestens 35 Prozent von 10 709,29 Euro).
Auch hat sich Frau Castro nicht gegen den CSD gewandt, sondern die Zweifel vieler gegenüber der Kommerzialisierung des CSD zum Karneval wiedergegeben. Und damit hat sie Recht, wie man auch dieses Jahr wieder in Hamburg sehen konnte. In Berlin gibt es übrigens aus diesem Grund seit Jahren den „Transgenialen CSD“ in Kreuzberg auf dem u.a. politische Reden gegen die fortdauernde sexuelle Diskriminierung in Deutschland und anderswo gehalten werden und nicht nur Becks- und Niveau-Reklame zu sehen sind.
Es ist bewundernswert, wie Frau Castro Espin sich für die Rechte und Freiheiten u.a. von Schwulen auf Kuba einsetzt! Diese Bestrebungen werden in Kuba übrigens sehr heftig bekämpft. Preisfrage, von wem? Von der Kommunistischen Partei? Von Alt-Revolutionären? Vom Staat? Nein, von den Kirchen! Baptisten und – der reaktionäre Vatikan lässt grüßen – die katholische Kirche protestieren ständig gegen den Ausbau der Rechte für Homosexuelle, Transgender und Bisexuelle auf Kuba. Trotzdem hat es Frau Castro Espin, ihr Zentrum für Sexualerziehung (CENESEX) u.a. geschafft, dass nächstes Jahr ein Gesetzentwurf für die Gleichstellung von hetero- und homosexuellen Paaren mit guten Erfolgsaussichten in die Nationalversammlung eingebracht wird. Übrigens nach Argentinien (seit 2010) einmalig in Lateinamerika! Wenn das so durchgeht, genießen homosexuelle Paare mehr Rechte als in Deutschland. Ich bin gespannt, ob der Lügenautor dann einen Hassartikel über Deutschland schreibt.
Hallo „er er“, (Möchtegern?-)Proletarier? Nee, ich bin tatsächlich einer. Wahrscheinlich der Einzige auf diesem Brett. 30 Jahre Facharbeiter bei der Post haben mich fit gemacht - fit für den immer noch vorhandenen Klassenkampf! Den gibt es ja wohl nicht für dich.
Ja, deshalb ist das mit dem „Richtungsdenken“ schon o. k. Ich habe im Laufe meines Leben mitbekommen in welcher Richtung, wo mein Gegner auszumachen ist!
Lieber Richtungsdenker als so einen anonymen, polemischen Rundumschlag.
Peter Gutzeit
Stefan Mielchen hat Recht mit seiner Kritik. Und wie sehr er wohl ins Schwarze (oder eher Tiefrote) getroffen hat, wird deutlich, wenn man sich mal anschaut, welche Gestalten ihn attackieren: (Möchtegern?-)Proletarier Peter Gutzeit, Sascha Fotiadis von der DKP ... also Leute mit eindeutigem politischen Richtungsdenken, das einen klaren Blick auf Realitäten wohl nicht zulässt.
Salonrevolutionäre wie Corny Littmann flirten meiner Erfahrung nach gern mit Diktaturen, vielleicht weil ihnen ihr Leben sonst so unsäglich langweilig vorkommt.
Dasss es keine Reisefreiheit für Kubaner gibt, ist wohl unwahr. Ein ausführliches Interview mit der Oppositionsbloggerin Yoani Sanchez mit interessanten Bemerkungen auch zum Thema Reisefreiheit in Kuba, gibt es dort zu lesen: www.cuba-si.de/kuba-direkt/standpunkt/texte/ys-int-04-2010.html
Übrigens hat die oppositionelle Bloggerin Yoani Sanchez zwei Jahre in der Schweiz gelebt (und dort viel gelernt), konnte also aus Kuba ausreisen, und ist wieder nach Kuba zurück gekehrt, um das dortige System zu stürzen. Ist das nicht Pfanni?
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