
300 Exemplare hatten die jungen Mitglieder der „Cofradía de Davallament” („Bruderschaft der Kreuzabnahme”) auf Mallorca hergestellt – nun berichten alle über ihr Werk: Von der „Wahsington Post“ bis zum „Guardian“ sorgte der Jahreskalender 2011 für Furore.
Der Kalender stellt die Leidensgeschichte Christi fotografisch nach. Diesen Job übernimmt die Bruderschaft auf Mallorca auch im richtigen Leben: Dort spielen sie in der Osterzeit die Kargeschichte. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Beim Passionsspiel sind die Darsteller bekleidet, im Kalender posieren die possierlichen Kerle nahezu nackt.
„Die Bilder banalisieren die Kargeschichte“, empörte sich Mallorcas Bischof Jesús Murgui, während die 300 Kalender weggingen wie geschnitten Brot. „Wir sind stolz auf und zufrieden mit unserem Kalender, den wir mit dem Ziel gemacht haben, Geld für unsere Gruppe zu sammeln, die ihren 20. Geburtstag feiert“, verteidigt Pep Mas von der Bruderschaft das Werk laut „Mallorca Magazin“. Die Bilder sind denn auch sehr ansehnlich: als römische Soldaten verbergen die Herren ihre besten Stücke beispielsweise nur durch vorgehaltene Helme.
Das wäre kaum Stein des Anstoßes, wenn nicht auch die Kreuzigungsszene in ungewohnt freizügiger Weise dargestellt würde – Sixpacks am Kruzifix werden von den Offiziellen der Diözese nicht geschätzt. Der Kalender respektiere christliche Symbole nicht und verletze die Gefühle von Katholiken, hieß es.
Doch Pepe Mas steht zu den Fotos: „Sollten wir jemanden brüskiert haben, war das nicht unsere Absicht und wir entschuldigen uns dafür”, schrieben die Mitglieder der Bruderschaft an Bischof Murgui. Innerhalb des Bistums soll der Kalender heiß begehrt sein…
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Hi,
beim Surfen bin ich auf den Artikel von Stefan Mielchen über die "Bruderschaft der Kreuzabnahme" gestoßen. Als Motiv für die Herstellung des Kalenders gibt die Gruppe an, an Geld für ihr 20jähriges Bestehen zu kommen. Im Kapitalismus ist das natürlich eine Begründung. Allerdings bin ich als schwuler Christ ziemlich irritiert. Ich gehe davon aus, dass die Hersteller nicht gläubig sind, Jesus nur eine historische Person ist. So könnte man ja auch eine andere "08/15-Person" nehmen, z.B. einen Menschen, der auf dem elektrischen Stuhl sitzt, links und rechts davon zwei "sexy Kerle". Ich möchte nicht wissen, was dann los wäre. Wahrscheinlich würde dann weniger die katholische Kirche (bin übrigens kein Katholik), sondern amnesty international auf den Plan treten.
Gruß, Ingo
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