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Unter Wikingern

Wie ein Staat Pleite geht, hatte man vor einem Jahr jeden Tag in den Nachrichten mitverfolgen können. Das sonst so friedliche Volk der Isländer stand mit einem Male vor dem Parlamentsgebäude in Reykjavík und probte den Aufstand. Die Zentrale der Kaupping-Bank, ein modernes Glasgebäude mit Blick auf die Meeresbucht und die Sprit fressenden Hummer-Limousinen auf dem Angestelltenparkplatz, glänzt immer noch schön in der Sonne. Als habe es die Krise nie gegeben.

Zu spüren bekommen sie die Einheimischen, weil durch die Inflation alles Importierte (und es wird so ziemlich alles importiert) immens teuer wurde. Vorteil für die Euro-Europäer: Island wurde entsprechend günstiger und nun auch erschwinglich.

Die 103000 Quadratmeter Eis, Lava, Sand und Berghänge mit ihren 750000 Schafen, 54000 Islandponys und 300000 Einwohnern sind kein Reiseziel für jedermann. Partyurlauber sind hier fehl am Platz, Feinschmecker übrigens ebenso (gefüllter Schafskopf und vergorener Hai bleiben nun mal Geschmackssache). Und man muss sich schon für die – auf den ersten Blick - karge und unwirtliche Landschaft begeistern können. Dann aber ist man nach spätestens zwei Tagen völlig berauscht.

Wer mit dem Flugzeug im Westen der Insel landet, wird erst einmal durch eine merkwürdige Mondlandschaft fahren: kilometerweit Lavageröll, zwischen dem sich riesige Felder von leuchtenden lila Lupinen erstrecken. Wer hingegen mit dem Schiff in der kleinen idyllischen Hafenstadt Seyðisfjörður anlandet, ist umgehen von grasgrünen Berghängen, von denen wilde Bäche stürzen. Zwischen solchen landschaftlichen Extremen bewegt man sich, wenn man – das Land erkundet. Das geht am besten per Mietwagen mit einer Rundreise auf der einzigen befestigen Straße rund um die Insel.

Mögen am Flughafen oder Hafen noch einige Hundert Touristen zur gleichen Zeit angekommen sein, hat man sich schnell aus dem Auge verloren. Hier kann es einem leicht passieren, stundenlang durch eine archaische Urlandschaft zu fahren oder wandern, ohne auch nur einem Menschen zu begegnen. Die kleinen Ortschaften bestehen meist aus nicht mehr als einem Supermarkt, einem Briefkasten und einer Handvoll Häuser. Dazwischen: Herden von Pferden und freilaufenden Schafen, Schwärme von Seevögeln, sich ständig verändernde Wüstenlandschaften, beweidete Gebirgshänge oder die Gletscherzungen des Vatnajökulls, die sich zum Meer hinunterschieben.

Die ideale Reisezeit ist von Juni bis August, da herrschen nicht nur milden Temperaturen, sondern Dank der Mitternachtssonne kann man selbst zu nächtlicher Stunde auf Sightseeing-Tour gehen. Oder aber in Reykjavík das Nachtleben erkunden. „Föstudagar er flöskugar“ (Freitag ist Flaschentag), da lässt es der Isländer krachen und feiert heftig und ausgelassen, auch wenn Alkohol vergleichsweise teuer ist. Die enge Geschäftsstraße Laugavegur ist das eigentliche Zentrum der 300000-Einwohner-Stadt. Hier cruist die jeunesse dorée mit ihren Landrovern im Schritttempo, um in den Cafes und Restaurants Freunde zu begrüßen oder gleich vom Wagen aus ein Schwätzchen zu halten. Mittendrin: das Conmmunitycenter von „Samtökin 78“, der  isländischen Homoorganisation. Die schwule Szene konzentriert sich auf die Hauptstadt und ist der Einwohnerzahl entsprechend recht überschaubar. Im Zweifelsfall feiern Schwule, Lesben und Heteros auch zusammen. Hier als schwules Paar zu reisen, ist das selbstverständlichste der Welt. Homo-Ehe, Antidiskriminierungsgesetz, Adoptionsrecht, kirchliche Segnungen – das alles wurde hier ohne großes Aufhebens eingeführt. Der Gay Pride in Reykjavík ist mit 40000 Besuchern das größte Volksfest des Lands überhaupt. Und dass die im Krisenjahr 2009 zur Staatspräsidentin gewählte Jóhanna Sigurðardóttir in einer eingetragenen Partnerschaft mit der Schauspielerin Jónína Leósdóttir lebt, ist in den Medien kein großes Thema. Schließlich gibt es wichtigeres im Lande zu diskutieren: den geplanten EU-Beitritt, die Einführung des Euro – und wer dieses Jahr Island beim Eurovision Song Contest vertreten wird.

 

Infoseite über das schwule Island:

www.gayice.is

Zum Einlesen:

Ulrich Quack; „Island“, Iwanowski’s Reisebuchverlag, 19,95 Euro
Ursula Spitzbart: „Zwischen Licht und Dunkel. Abenteuer Alltag in Island“. Dryas Verlag, 12,95 Euro

Wolfgang Müller: „Neues von der Elfenfront: Die Wahrheit über Island“, Suhrkamp Verlag, 11 Euro





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Umfrage

So wie auf dem Foto geht es nicht immer zu. Hunde und Katzen können sich ja oftmals nicht wirklich riechen...genauso wie die Besitzer. Aber welches ist eigentlich des Schwulen liebstes Haustier? Hund? Katze? 







Leserstimmen

Stefan ´Kim´Kossanyi
Hurra! Spätestens mit diesem spannenden & SUPER-Interessanten Artikel ist meine These bewiesen, dass der Sound...
Thomas Holz
Ganz recht so, wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung! "Ratzi" lässt keine Gelegenheit aus, uns...
Lars Peters
Da hat jetzt aber der Senat ein ganz dickes Brett zu bohren! Während der Pride Week kündigte Staatsrat Dr. Ralf...
Arnd Witt
Da will rein... :-) Vielleicht klappt es ja...
Aneck
Berichtigt mal etwas auf eurer Seite. Nämlich das Arne Friedrich nach wie vor NATIONALSPIELER IST. Das bestätigt auch...
rene
Es ist schon verwunderlich das mal wieder gegen etws protettiert wird, und sich Frau Roth mal wieder in die Presse...
Christian
Lieber Chris, in der von Dir beschriebenen Situation gibt es mehrere Beteiligte, die in einer lasziven Situation...
Volkmar
Hallo Michael... ist schon interessant was man alles so entdeckt, wenn man richtig googgeln kann. Und wenn ich so...
Yasin
schwul sein ist schön.
Chris
Eine Beurteilung wird tendenziell unterschiedlich aussehen, je nachdem, ob man eher die Sichtweise des Positiven oder...
Christian
Danke und Bravo, AIDS-Hilfe. Die stigmatisierende Rechtsprechung, insbesondere der Strafgerichte "... auf dem...
Michael K.
Bei allem Respekt,aber dafür hatte auch der Senat unter der Schwarz-Grünen Zeit und Geld gehabt,dies...
Christian
Ich bin schockiert über die z.T. sehr unreflektierten Kommentare... Von einem Mordversuch kann zunächst mal überhaupt...
wolfgang
Mit so einer Argumentation könnte man auch andere Mordversuche straffrei stellen - schließlich könnte das Opfer gut im...
Michael Schreiber
Unglaublich: Straffreiheit für die Übertragung von Aids??? Selbstverständlich haben Aids-Kranke ein Recht auf...
Christian Knuth
Vorsätzliche Körperverletzung ist es, wenn vorsätzlich infiziert wird! Geistig schwach ist es, HIV-Positive mit...
Dietmar
Seit ihr blöd. Jemanden zu infizieren ist vorsätzliche Körperverletzung. Ihr gehört alle ins Armenhaus für geistig...
Michélle
Das ist etwas schönes das zu lesen den ich bin auch Transsexuell und heiße eig Marcel und deswegen finde ich das toll...
Michael
moin!   so ein schwachsinn! die ARME FDP! hat es ja soooo schwer! nach millionenspenden von Mövenpick und pronto...
Solèr
Ich finde das Boykott und diese Demonstrationen in dem Ausmass mehr als fraglich und peinlich. Ich bin mir auch...
Oliver
Durch die ""Red Night"" wieder ein Schritt in die richtige Richtung was das Thema HIV und AIDS...
Hamburger Symphoniker
Am 29. September 2011 kehrt Maestro Jeffrey Tate nach langer Abwesenheit wieder in die Laeiszhalle Hamburg zurück! Mehr...
Michael
Der letzte Satz ist intererssant, aber nicht verwunderlich. Je mehr Sexpartner der Schwule hat, desto seltener lässt er...
Thomas
Nicht zu vergessen, dass nächstes Jahr auch eine Wahl in Österreich und eine in der Schweiz statt findet. und gay-sol...
Nicholas Feustel
Und wer den Hein & Fiete YouTube-Kanal abonniert (http://www.youtube.com/user/HeinFieteTV) oder sich bei Facebook...
Torsten
Ich halte persönlich wenig von einer räumlichen Abgrenzung zwischen den Generationen. Natürlich ist der Beratungsbedarf...
Jan Böttcher
Interessant finde ich, dass ein Grüner der SPD jetzt vorwirft, ein Jugendzentrum gekippt zu haben, das bislang nicht...
Michael Leipold
Das schwule Jugendzentrum ist nun dank alleinregierender SPD vorerst vom Tisch. Der Bedarf an konzentrierter...
Tom
Der hier publizierten Darstellung der Dinge muss ich doch stark widersprechen. Die von Farid genannten Gründe der...
Ingo
Das klingt eher so, als ob sich Farid Müller da ein Denkmal setzen will! Wieso sollte man bitte eine gut laufende...
Dirk Petersen
In der Metropolregion Hamburg leben ca. 4,29 Mill. Menschen (2008); 30.000 davon sind etwa - konservativ geschätzt -...
Lars Peters
Hallo, vielen Dank für den Hinweis. Ich kann Dir da nur zustimmen. Wir werden uns hierzu eine Stellungnahme der...
Lars Peters
Als ich gestern Marc auf seine Mail geantwortet habe, wusste ich nicht, dass er diese als Offenen Brief hier platzieren...
Marc Sch.
Offener Brief an Hamburg Pride e.V. CSD-PARADE: STILLSTAND IST TÖDLICH!   Liebes Hamburg-Pride-Team, zuerst...
Ebru Krkc
die tage an der Alster fand ich echt toll mit euch allen.. hat mir sehr spaß gebracht und würde mich freuen wenn es...
l.rasch
lieber hinnerk am diesjährigen csd gibts wenig auszusetzen: das wetter: wie wir´s in hamburg kennen + lieben. die...
Dr. Gottfried Lorenz
Stefan, danke für Deinen Kommentar! Auch ich war erschrocken über diese unkommentierte Huldigung für Zarah Leander....
Alexander v. Beyme
Noch ein Nachtrag zum letzten Absatz: Kaum war der Hinnerk-Artikel draußen, waren wir abends bei zwei heiratswilligen...
Oltmanns
Arbeit ist auch Wiederholung und macht nicht immer Spaß. Im Bürgermeisteramt hat man Verantwortung für die Stadt, die...
Ingo
Hi, beim Surfen bin ich auf den Artikel von Stefan Mielchen über die "Bruderschaft der Kreuzabnahme"...
Christian Hütter
Ich kann mich über die Aussage des Gleichstellungsbeauftragten nur wundern. Effektive Gleichstellung setzt die...
Single
Wie dämlich ist das denn? Was denken sich die Ausrichter dabei?....anscheinend nicht viel! Der Vergleich mit den...
Gleichstellungsbeauftragter
Klar ist es blöd, wenn die Lebenspartner nicht zu einem Senatsempfang aus Anlass des Lebenspartnerschaftsgesetztes...
Horst Reiners
Schwul-lesbische Sichtbarkeit Hallo, die beiden Jungs auf dem ca. 30 Jahre alten Foto kenne ich und leben noch!! Der...
Daniel
Hallo Michael, also nach den ganzen kritischem Kommentaren möchte ich sagen, dass ich Eure Aktion begrüße. Das Casting...
Lothar
Als Engagement würde ich euren Wagen verstehen, wenn ihr damit irgend eine Gruppe oder einen Verein aus der Community...
Herbert
lieber Michael, euer Engagement wird keineswegs "in den Dreck gezogen". Allerdings muss es erlaubt sein zu...
michael eck
schade, dass meine vorredner unser engagement beim csd so in den dreck ziehen. wir engagieren uns mit sehr viel spaß...
Torsten
Das ist doch konstruiert !!! Wenn dieser Antrag ein "Showantrag" sein sollte, dann ist doch die Empörung...
Herbert
lieber Stefan, es bleibt abzuwarten, ob es dem Hinnerk gelingt, sich von den Interessen seiner Anteilseigner...
Herbert
Farid hat da nicht unrecht: dieser Antrag ist Heuchelei, denn sobald die SPD wieder im Bundestag am Ruder sitzt hat sie...
Christian Knuth
Sehr geehrter Herr Müller, wie kann es heuchlerisch von der Hamburger SPD sein, zu versuchen das umzusetzen, was im...
Stefan Mielchen
Lieber Lothar, lieber Herbert, die Übergänge zwischen Inhaltlichkeit und Kommerzialisierung beim CSD sind seit langer...
Lothar
Da kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen. Manchmal kann ich gar nicht soviel fressen, wie ich k***...
roulette spiel
Hammer Artikel, dies wollte ich selbst auch schon mal ausdrucken, wusste nur nie wie ich dies niederschreiben konnte...
Herbert
super Idee... genau sowas brauchen wir auf einer "Demonstration": ein überteuertes Möbelhaus...
Guido
Unkritisches homophiles PR-Nachgequatsche. Auch damit hat Ex-Maoist Bruno Gmünder, "der erfolgreiche...
eurovisionär
duslog - der beste eurovisionsblog im netz!
Suryo
Nicht ganz richtig, was am anfang des Artikels steht. Die vollständige Gleichstellung der Eingetragenen...
Markus
Super Idee!